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19.08.2017 - 23:15
Foto: Klemens Groh, Peter Tomschi, krone.at-Grafik

Beißattacke auf Beamtin: Journalistin suspendiert

26.07.2017, 13:20

Schnell hat der Arbeitgeber jener Journalistin gehandelt, die Montagfrüh im Zuge eines Polizeieinsatzes versucht haben soll, einer Beamtin ins Bein zu beißen: Die Redakteurin der "Wiener Zeitung" wurde suspendiert.

"Wir haben überlegt, die Dame zu entlassen, haben uns dann aber für eine Suspendierung entschieden", berichtete der Eigentümervertreter gegenüber krone.at. Man wolle nun erst einmal den Polizeibericht abwarten und dann entscheiden, wie weiter vorzugehen ist.

Großvater attackierte Polizisten

Doch was war überhaupt passiert?  Am Montag in den frühen Morgenstunden standen Beamte der Fremdenpolizei vor einer Wohnung am Rennbahnweg, um eine achtköpfige tschetschenische Familie festzunehmen. Ein 38- Jähriger, seine 34 Jahre alte Frau sowie deren sechs Kinder sollten anschließend abgeschoben werden.

Der ebenfalls in der Wohnung anwesende Großvater (58) rastete daraufhin jedoch aus und wollte die Beamten an ihrer Arbeit hindern. Der Mann attackierte die Polizisten, riss einen von ihnen zu Boden und verletzte ihn. Der 58- Jährige wurde vorläufig festgenommen und angezeigt.

Foto: APA/GEORG HOCHMUTH

Journalistin wegen Widerstandes gegen Staatsgewalt angezeigt

Im Zuge des Trubels läutete dann auch noch die Angestellte der "Wiener Zeitung" an der Tür, gab sich zunächst als Familienmitglied aus und outete sich dann als Journalistin. Laut einer Aussendung von Michael Genner, Obmann von Asyl in Not, handle es sich bei der Frau um die Lebensgefährtin des 58- Jährigen.

Die Journalistin wollte laut Polizei jedenfalls mit allen Mitteln die Abschiebung der Familie verhindern, beschimpfte die Einsatzkräfte, schlug um sich, ehe sie sich auf den Boden fallen ließ. Dabei habe sie zudem versucht, einer Beamtin ins Bein zu beißen. Die Frau wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und mehrerer Verwaltungsdelikte angezeigt.

"Ich hielt sie am Hosenbein"

Gegenüber Asyl in Not stellte die Journalistin die Sachlage allerdings anders dar: Bei dem Versuch in die Wohnung zu gelangen, sei sie am Boden gelandet. "Eine Polizistin wollte meinen Kopf mit ihren Füßen rausschieben, woraufhin ich sie am Hosenbein hielt. Sie sagte zur mir: 'Lassen Sie mein Bein los, dann mach ich die Tür auf.' Ich ließ sofort los, als ich mich erhob, wurde mir die Tür vor der Nase zugeknallt." Dass sie jemanden habe ins Bein beißen wollen, sei eine unwahre Behauptung.

Redaktion
krone.at
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