Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
26.02.2017 - 17:09
Foto: thinkstockphotos.de, Kronen Zeitung

Bei Gegenfinanzierung droht ein Milliardenloch

14.01.2017, 09:35

Auch bei der dieswöchigen Präsentation seiner neuen Vorhaben hat Bundeskanzler Christian Kern sie wieder hervorgezogen: Die ominöse Gegenfinanzierung der teuren Pläne durch neue Steuern, mehr Wachstum und Effizienzsteigerung in der Verwaltung. Genau dieselben Quellen sollten allerdings bereits die notwendigen 5,1 Milliarden Euro für die jüngste Steuerreform hereinbringen.

Doch das dürfte nicht gelingen, Experten wie Fiskalrat- Chef Bernhard Felderer oder Professor Friedrich Schneider von der Universität Linz fürchten vielmehr ein Milliardenloch im Budget. Selbst das Finanzministerium meinte nach den Zahlen bis November, "die Bruttoabgaben werden deutlich hinter dem Bundesvoranschlag 2016 zurückbleiben".

Professor Dr. Friedrich Schneider
Foto: Chris Koller

Vor allem die erhofften 1,9 Milliarden Euro Mehreinnahmen durch die Bekämpfung von Betrug dürften deutlich verfehlt werden. Schneider: "Im Vorjahr werden es höchstens 120 Millionen Euro und heuer 200 bis 400 Millionen sein, niemals mehr." Auch die erleichterte Konteneinschau bei Unternehmern würde realistisch höchstens die Hälfte der budgetierten 800 Millionen Euro einspielen. Fazit: "Alleine beim Steuerbetrug fehlt dem Finanzminister rund eine Milliarde", schätzt der Experte.

Bislang keine Einsparungen bei Verwaltung

Beim Thema höhere Steuern (siehe Tabelle) brachte die Kapitalertragssteuer trotz teilweiser Erhöhung bis November statt 150 Millionen Euro Mehreinnahmen um 803 Millionen Euro weniger ein. Und beim riesigen Brocken angeblicher Einsparungen bei Verwaltung und Förderungen im Ausmaß von 1,1 Milliarden Euro "hat man bis heute nichts mehr Konkretes gehört. Dabei könnte man sofort von den 18 Milliarden Euro Fördervolumen von Bund, Ländern und Gemeinden zehn Prozent kürzen. Das brächte, nimmt man soziale Härtefälle aus, ohne bürokratischen Aufwand 1,5 Milliarden Euro. Das könnte auch ein Hilfsschüler", sagt Schneider.

Foto: "Krone"-Grafik

Andere Posten wie etwa die teilweise "Selbstfinanzierung" (850 Millionen Euro) der Steuerreform durch höheres Wirtschaftswachstum (=Steuereinnahmen) dürften hingegen eintreffen. Die Mehrwertsteuer sprudelte nach letzten Zahlen um 950 Millionen Euro stärker, Unternehmen zahlten um 1,1 Milliarden Euro mehr für Gewinne, bei der Grunderwerbssteuer kassierte der Fiskus 107 Millionen Euro mehr ein.

Christian Ebeert, Kronen Zeitung

Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum