Der Satellit wird in 657 Kilometern Höhe die Erde umkreisen und wöchentlich mit einem von der NASA entwickelten Instrument den Solegehalt der Weltmeere messen. Das Gerät ist so empfindlich, dass es Veränderungen des Salzgehalts bis zu einer Prise Salz auf mehrere Liter Wasser messen kann.
Fast drei Viertel der Oberfläche der Erde ist von Wasser bedeckt, das einen Salzgehalt von rund 3,5 Prozent hat. Obwohl der Salzgehalt insgesamt nur wenig schwankt, variiert er weltweit in der obersten Wasserschicht der Meere.
Wetterphänomene verstehen
Die Daten über den Salzgehalt an der Meeresoberfläche sollen dazu dienen, den langfristigen Klimawandel besser vorhersagen zu können. Sie sollen aber auch helfen, kurzfristig auftretende Wetterphänomene wie El Niño und La Niña vorauszusagen.
Es gibt bereits eine ganze Flotte von Satelliten im Orbit, die regelmäßig die Temperaturen, Wasserstände und Winde über den Ozeanen messen. Aber Messungen des Salzgehaltes der Meere waren bisher rar, meist wurden nur sporadische Messungen von Schiffen und Bojen aus vorgenommen. „In großen Teilen der Ozeane wurde der Salzgehalt noch nie gemessen», berichtete der Wissenschaftler Eric Lindstrom auf einer Konferenz der NASA im Vorfeld des Starts.
Rückschlüsse dank Mikrowellen
Das 287 Millionen Dollar teure Messgerät "Aquarius" misst Mikrowellen, die vom Ozean abgegeben werden, mit deren Hilfe die Wissenschaftler den Salzgehalt bestimmen. Um Störungen der Messungen durch Radio- und Radarwellen zu minimieren, überprüft ein zusätzliches Gerät alle Daten.
Es wird erwartet, dass "Aquarius" die Forscher während der dreijährigen Mission einmal im Monat mit Karten versorgt, auf denen die Schwankungen des Salzgehaltes verzeichnet sind. Das Projekt ist ein gemeinsames Unterfangen der NASA mit Argentiniens Raumfahrtbehörde CONAE. Auch Brasilien, Kanada, Frankreich und Italien sind an dem Projekt beteiligt.
Es ist nicht das erste Projekt, bei dem der Salzgehalt der Meere gemessen wird. Seit 2009 umrundet ein europäischer Satellit zu diesem Zweck die Erde, nutzt aber eine andere Technologie und misst auch den Feuchtigkeitsgehalt der Erde. Wissenschaftler beider Projekte wollen ihre jeweiligen Messdaten austauschen und vergleichen.
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