Du solltest keinesfalls nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip arbeiten und Standardlösungen an alle interessanten Unternehmen schicken. Dein potenzieller Arbeitgeber darf ruhig merken, dass du dich mit ihm beschäftigt hast, dass sich deine Bewerbung konkret auf ihn bezieht und nicht irgendein Unternehmen dieser Branche meint. Dazu gehört auch, dass dein Schreiben nicht an „Sehr geehrte Damen und Herren“ gerichtet ist, sondern dass du den Namen deines Ansprechpartners verwendest. Einen Anruf sollte dir diese Information – sofern nicht in der Jobanzeige ohnehin ersichtlich - auf jeden Fall wert sein.
Gehe im ersten Absatz deines Motivationsschreibens darauf ein, was das Unternehmen sucht – zeige deinen Nutzen. Die Anforderungen gehen in der Regel aus der Jobanzeige sehr gut hervor. Und dann integriere diese Kompetenzen in den Worten der Personalabteilung in dein Motivationsschreiben. Einziger Haken: Du solltest die gewünschte Qualifikation auch tatsächlich anbieten können – sonst ist spätestens in der mündlichen Bewerbung Schluss.
Überlege dir, welche deiner Erfahrungen für das Unternehmen von Vorteil sein könnten und warum. Und genau diese Highlights aus deinem Lebenslauf packst du in dein Motivationsschreiben. Denn je leichter die Personalabteilung erkennen kann, was du dem Unternehmen bringst, desto eher wirst du in die engere Auswahl gezogen.
Wichtig dabei ist, dass du dich auf die maximal vier wichtigsten Punkte beschränkst, denn sonst ist das bereits wieder zu viel an Information. Der Rest ist ohnehin aus dem Lebenslauf ersichtlich.
Achte bei deinen Formulierungen darauf, keine ellenlangen Schachtelsätze zu verwenden, und bleibe deiner Sprache treu. Schreibe nicht in hochgestochenstem Deutsch, wenn das nicht deine Ausdrucksweise ist. Das gilt insbesondere für die Verwendung von Fremdwörtern. Und eine korrekte Rechtschreibung ist selbstverständlich! Versuche weiters, Möglichkeitsformen wie „würde, könnte, sollte“ zu vermeiden – das nimmt deinen Aussagen die Bedeutung und schwächt ab.
Zusätzlich zu deinem Motivationsschreiben ist ein Lebenslauf Pflicht. Dieser sollte gut strukturiert und klar aufgebaut sein. Ein gutes Bewerbungsfoto gehört ebenfalls dazu. Dein Lebenslauf sollte so vollständig und lückenlos wie möglich sein. Pausen bis zu drei Monaten müssen im Lebenslauf nicht dokumentiert werden. Fehlen Informationen über diesen Zeitraum hinaus, dann kannst du dich darauf einstellen, dass dies bei deinem Interview angesprochen wird. Tipps dazu findest du in der Infobox.
Hast du in deinem Leben schon mehrere Branchenwechsel oder Jobwechsel hinter dir, ist das auch kein Problem, solange du die richtige Einstellung dazu hast. Es ist keine Schande, erst herausfinden zu müssen, was dir liegt. Du hast vielschichtige Erfahrungen gesammelt und kannst dadurch deinem Arbeitgeber einen breiteren Zugang zu vielen Dingen bieten.
Weiters kannst du deine Bewerbung mit Referenzen aufpeppen. Geeignete Referenzgeber sind ehemalige Vorgesetzte, Auftraggeber oder Mentoren. Von Vereinskollegen, Arbeitskollegen, Freunden oder Bekannten solltest du dagegen keine Referenzen nehmen. Sie sind in den Augen eines Personalverantwortlichen nicht objektiv genug. Eine Möglichkeit ist, die Referenz als komplettes Schreiben zu inkludieren. Eine andere besteht darin, eine Liste mit Referenzgebern beizufügen, die bei Bedarf kontaktiert werden können. Diese Menschen musst du allerdings darauf vorbereiten, dass sie möglicherweise kontaktiert werden, denn sonst werden sie keine Auskunft erteilen.
Bewirbst du dich auf Papier, so kannst du dadurch auffallen, dass du nicht das dünne Standard- Druckerpapier nimmst, sondern eines mit einer höheren Grammatur – mehr als 80 Gramm pro Quadratmeter. Entscheidest du dich beispielsweise für 100 Gramm, so liegt das Papier etwas schwerer in der Hand - genau wie bei wichtigen Dokumenten - und signalisiert damit, dass man sich diese Unterlagen genauer ansehen sollte. Achte auch darauf, dass dein Drucker optimale Druckqualität liefert und nicht schmiert.
Egal ob Bewerbung auf Papier oder elektronisch: Auch durch die Wahl deiner Schriftart kannst du hervorstechen. Times New Roman oder Arial sind langweilig. Sie sind zwar gut lesbar, aber absoluter Durchschnitt. Du kannst auf Verdana, Tahoma oder Frutiger ausweichen. Diese sind etwas anders als die Norm und wirken seriös. Keinesfalls solltest du verspielte Schriftarten mit Schnörkseln oder handschriftähnliche Schriftarten verwenden. Diese wirken unprofessionell.
Eine professionelle Optik erreichst du auch dadurch, dass du deinen Text gut strukturierst, mit Zwischenüberschriften arbeitest, Leerzeilen machst und klare Gliederungen verwendest. Achte darauf, keine Schachtelsätze zu verwenden und dich klar auszudrücken. So zeigst du, dass du durchdacht arbeitest und einen Blick fürs Wesentliche hast. Je leichter der Personalverantwortliche den Inhalt deiner Bewerbung erfassen kann und deinen Lebenslauf kennenlernt, desto höher deine Chancen. Unbedingt solltest du deine Bewerbung auch Korrektur lesen lassen. Denn irgendwann nach dem dritten Mal umformulieren bist du betriebsblind und siehst deine Fehler nicht mehr. Daher lass dir hier von einem Freund helfen.
Der Abschluss deiner Bewerbung ist die Unterschrift auf dem Motivationsschreiben und dem Lebenslauf. Wärme dich zuerst auf einem Schmierzettel auf, bevor du am Original unterzeichnest. Blaue Tinte bzw. ein sauberer Kugelschreiber wirkt am besten. Auch bei elektronischen Bewerbungen solltest du eine Unterschrift unter das Dokument setzen – scanne einfach eine schöne Unterschrift ein, und füge die Grafik in dein Word- Dokument ein. So zeigst zu Professionalität.