Mit Zahlfrist 1. Juli

USA schicken BP Rechnung über 69 Millionen Dollar

Ausland
03.06.2010 23:43
Auf den britischen Energiekonzern BP kommen wegen der Ölkatastrophe hohe Kosten zu. Die US-Regierung schicke BP nun eine erste Rechnung über 69 Millionen Dollar, teilte das Präsidialamt am Donnerstag mit. Darin seien die bisherigen Ausgaben zur Beseitigung der schlimmsten Ölpest in der US-Geschichte aufgelistet. Die US-Steuerzahler sollten damit ihr Geld zurückerhalten. BP müsse die Rechnung bis zum 1. Juli zahlen.

Welche Kosten in Folge des Unglücks insgesamt auf BP zukommen werden, ist noch immer völlig ungewiss. Die Schätzungen haben eine extreme Spannweite: Die niederländische Bank ING tippt auf 5,3 Milliarden Dollar, Credit Suisse hält bis zu 37 Milliarden Dollar für möglich.

BP meldet Teilerfolg im Kampf gegen Ölpest
Indes haben Unterwasser-Roboter ein Ventil auf die defekte Steigleitung aufgesetzt, aus der im Golf von Mexiko ständig Öl austritt. Unterwasser-Aufnahmen (siehe Live-Stream-Link in der Infobox und Video auf krone.tv oben) zeigten, wie in rund 1.500 Metern Tiefe das Ventil langsam über das Rohr gestülpt wurde. Mit Hilfe des Ventils soll das Öl kontrolliert an die Oberfläche gebracht werden. Der Ölkonzern BP hofft, so die Ölpest eindämmen zu können. Ob der Versuch Erfolg hat, ist noch unklar.

Zuvor war es gelungen, die Steigleitung abzuschneiden, um das Ventil überhaupt aufsetzen zu können. Die Schnittfläche war aber nicht sauber. Langfristig soll der Ölstrom durch zwei Ersatzbohrungen gestoppt werden, bis dahin werden aber noch zwei Monate vergehen. Es wird vermutet, dass derzeit täglich 1,8 Millionen bis 3,8 Millionen Liter Öl ins Meer laufen.

Größte Umweltkatastrophe der US-Geschichte
Das Ölleck im Golf von Mexiko wird von der US-Regierung mittlerweile als größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA eingestuft. Nach einer Studie der Universität von Miami erstreckt sich der Ölteppich inzwischen auf einer Fläche von 24.435 Quadratkilometern - und ist damit fast drei Mal so groß wie auf den Satellitenbildern vom 1. Mai. Die US-Behörden weiteten das Fischfangverbot auf rund 37 Prozent der US-Gewässer im Golf von Mexiko aus.

Nach Louisiana, Mississippi und Alabama bereiteten sich nun auch die Behörden von Florida auf eine Verseuchung ihrer Küsten vor. Sie rechneten damit, dass das Öl dort spätestens am Samstag an Land gespült wird. Die Strände im Nordosten Floridas sind als Urlaubsziel beliebt und haben eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung für den Bundesstaat.

BP-Chef: Nicht gut vorbereitet
Indes gab BP-Chef Tony Hayward in einem Interview zu, dass der Konzern auf das Leck am Meeresgrund nicht vorbereitet gewesen sei. "Es stimmt ohne Zweifel, dass wir nicht die Werkzeuge hatten, die in einen Werkzeugkasten gehören", sagte Hayward der Zeitung "Financial Times".

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