Ölpest vor US-Küste
Obama verschärft Kritik: “BP wird die Rechnung zahlen”
"Wir haben es mit einer massiven und möglicherweise noch nie dagewesenen Umweltkatastrophe zu tun", sagte der US-Präsident weiters. Die Gesamtkosten dieser Havarie mit allen Folgen werden von Experten auf bis zu 14 Milliarden Dollar (10,5 Milliarden Euro) geschätzt. Allein für die Reinigung verschmutzter Küsten und Meeresregionen würden sieben Milliarden Dollar benötigt. Hinzu kämen die Ausfälle in der Fischerei und im Tourismus. Kaum zu berechnen sind die drohenden Schäden in Flora und Fauna.
Unterdessen wird die Lage immer dramatischer. Die US-Behörden verfügten am Sonntag ein Fischereiverbot für die am stärksten bedrohten Küstengewässer. Damit müssen Zigtausende von Fischern um ihre Existenz bangen. Der Ölteppich auf dem Wasser hatte sich zuvor rapide ausgedehnt, ein Ende ist nicht in Sicht.
"Wir werden nicht ruhen"
Der Präsident traf in Venice am Mississippi-Delta mit Vertretern der Küstenwache und anderen Experten zusammen, um sich aus erster Hand über das Ausmaß der Ölpest und über die Gegenmaßnahmen informieren zu lassen. Die Ursachen für den Unfall müssten gründlich aufgeklärt werden, aber im Mittelpunkt stehe jetzt "der unermüdliche Versuch", den Ölfluss ins Wasser zu stoppen. "Wir werden nicht ruhen, bis die Lecks geschlossen sind und die Region gesäubert ist", sagte Obama.
Vor seinem Besuch hatte es Kritik gegeben, er und die Regierung hätten nicht rasch genug auf die Katastrophe reagiert. Obama verteidigte sich energisch gegen den Vorwurf. Die Regierung habe sich vom ersten Tag an auf das Schlimmste vorbereitet, auch wenn man das Beste gehofft habe, sagte der Präsident, der noch am Sonntagabend (Ortszeit) in Washington zurückerwartet wurde.
Schlimmere Katastrophe als "Exxon Valdez" 1989?
Wegen starken Windes konnte Obama am Sonntag mit dem Hubschrauber nicht über Ölteppich fliegen, der sich immer weiter ausbreitet. Sollte das Leck nicht abgedichtet werden, könnte die Verschmutzung in mehreren Wochen noch schlimmer als bei der Havarie des Tankers "Exxon Valdez" 1989 in Alaska sein.
Eine von BP geleaste Bohrinsel war am 22. April nach einer Explosion gesunken. Seitdem sprudeln in 1.500 Meter Tiefe täglich knapp 800 Tonnen Rohöl ins Meer, der Ölteppich hat sich nach Experteneinschätzung binnen weniger Tage verdreifacht, er hat mittlerweile eine Länge von mehr als 200 Kilometern und ist rund 110 Kilometer breit. In einigen Küstengebieten wurden erste verschmutzte Vögel gefunden. Inzwischen haben vier Bundesstaaten wegen des gefährlichen Ölfilms auf dem Wasser den Notstand ausgerufen.







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