"Null und nichtig"

Nordkorea löst Sicherheitspakt mit Südkorea auf

Ausland
27.05.2010 13:33
Die nordkoreanische Armee hat ein Sicherheitsabkommen mit Südkorea zur Verhinderung bewaffneter Zusammenstöße auf hoher See annulliert. Alle mit Südkorea getroffenen Vereinbarungen zur Vermeidung unbeabsichtigter Konflikte würden komplett für "null und nichtig" erklärt, hieß es am Donnerstag in einer Erklärung. Südkoreanische Schiffe, welche die von Nordkorea gezogene militärische Demarkationslinie im Gelben Meer verletzten, würden sofort angegriffen, warnte das Militär.

Die nordkoreanischen Staatsmedien verbreiteten die Erklärung des Führungsstabs der Volksarmee, während die südkoreanische Marine vor der Westküste ein Seemanöver abhielt. Seoul organisierte das Manöver, um nach den Drohungen aus Pjöngjang militärische Stärke zu demonstrieren. Rund zehn Schiffe, darunter ein 3.000 Tonnen schwerer Zerstörer und drei Patrouillenschiffe, nahmen an der eintägigen Übung teil. Die südkoreanische Armee und die 28.500 in Südkorea stationierten US-Soldaten wurden in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, zudem wurde die Überwachung des Nordens durch Satelliten und Aufklärungsflugzeuge verstärkt.

Südkoreanisches Kriegsschiff versenkt
Ausgangspunkt des Konflikts ist die Versenkung eines südkoreanischen Kriegsschiffes vor zwei Monaten im Gelben Meer. Südkorea macht den Norden für den Untergang verantwortlich, Nordkorea bestreitet jedoch, das Schiff versenkt zu haben. Bei dem Zwischenfall waren 46 Menschen ums Leben gekommen.

Außerdem kappte Nordkorea laut der jüngsten Erklärung den "Heißen Draht" zwischen den Seestreitkräften beider Länder. Das Militär bekräftigte die Absicht, eine Zugangssperre für den gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong zu überprüfen. Bereits am Dienstag hatte Nordkorea die Beziehungen zu Südkorea für beendet und den Nichtangriffspakt für aufgehoben erklärt.

Peking lehnt Verurteilung Pjöngjangs ab
Indes hat es die chinesische Regierung abgelehnt, sich den Schlussfolgerungen der internationalen Ermittlerkommission anzuschließen und Nordkorea die Schuld für den Untergang des südkoreanischen Kriegsschiffs "Cheonan" anzulasten. Das Außenministerium in Peking erklärte, die Angelegenheit sei sehr kompliziert, man wolle Informationen von allen Seiten prüfen.

Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao wird am Freitag in Seoul erwartet. China und Nordkorea hatten ungeachtet der bestehenden Differenzen wegen des nordkoreanischen Atomprogramms den nach wie vor privilegierten Charakter ihrer bilateralen Beziehungen hervorgehoben. Seit dem Untergang der Sowjetunion ist die Volksrepublik China der einzige wichtige Verbündete Pjöngjangs.

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