Wegen 90 Euro!

Lungenkranke ist tot, weil Strom abgedreht wurde

Ausland
31.05.2007 08:50
Ein neuseeländischer Energiekonzern soll einer Lungenkranken, die auf eine elektrisch betriebene Sauerstoffmaschine angewiesen war, den Strom abgeschaltet haben, weil sie mit ihren Zahlungen im Rückstand war. Die Frau ist an den Folgen der Stromabschaltung gestorben. Der Zahlungsrückstand belief sich der Familie zufolge erst auf läppische 168,40 neuseeländische Dollar – umgerechnet rund 90 Euro.

Die 44-jährige Folole Muliaga hatte vier Kinder im Alter von fünf bis zwanzig Jahren. Sie war Lehrerin, konnte ihrer Arbeit aber wegen der Erkrankung seit Februar nicht mehr nachgehen. 

Energiekonzern wusste, dass Sauerstoff- Pumpe lebensnotwendig war
Die Polizei in Neuseeland hat am Mittwoch Ermittlungen zum Tod der Frau aufgenommen. Die vierfache Mutter hatte „Mercury Energy“ laut einem Verwandten noch darauf hingewiesen, dass ihr Überleben vom Funktionieren der Sauerstoffpumpe abhänge. 

Dennoch hat der Konzern ihr den Strom gekappt. Kurze Zeit später bekam sie Atemschwierigkeiten und brach zusammen. Dem Notarzt gelang es nicht mehr, die Frau zu reanimieren. „Mercury Energy“-Chef James Moulder äußerte sich bestürzt über den Vorfall. 

Trauernde Familie musste Nacht im Dunkeln verbringen
Es werde untersucht, was genau passiert sei. Moulder versicherte, die Stromversorgung für das Haus in Auckland werde wiederhergestellt, nachdem die trauernde Familie dort auch noch die Nacht im Dunkeln hatte verbringen müssen.

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