Haus des Grauens
68-jähriger Mann festgenommen
Über Jahrzehnte hinweg sollen in "Haut de La Garenne" Kinder misshandelt und sexuell missbraucht worden sein. Seit dem Fund eines Kinderschädels im Februar waren immer neue Enthüllungen ans Licht gekommen. Mehr als hundertsechzig mutmaßliche Missbrauchsopfer haben sich nach Polizeiangaben inzwischen gemeldet. Die Ermittlungen gegen rund zwei Dutzend Verdächtige laufen. Das Heim in der Ortschaft St. Martin war zuletzt als Jugendherberge genutzt worden.
Vergewaltigungs-Partys
Brutale Schänder sollen die Kinder gequält und regelrechte Vergewaltigungs-"Partys" abgehalten haben. Mindestens ein Kind wurde dabei umgebracht und anschließend verscharrt. "Es war grausam, sadistisch und einfach die Hölle", schilderte eine 49-jährige, die Reportern nur ihren Vornamen Pamela nennen wollte. Gerade weil sie "zu den schwächsten Kindern" gehörte, musste sie in dem Heim zwischen 1973 und 1975 wieder und wieder Vergewaltigungen über sich ergehen lassen, wie die Mutter zweier Kinder berichtete. Angestellte hätten sich regelmäßig zu Sex- und Saufgelagen getroffen. "Es wurden Buben und Mädchen gleichermaßen vergewaltigt, in allen Altersgruppen."
Eine andere Frau schilderte nach Angaben der Londoner Zeitung "Daily Mail", wie Erwachsene, die für den Schutz der Heiminsassen sorgen sollten, mit ihnen "Flipperkugel" spielten: Dabei seien Kinder so herumgewirbelt worden, dass sie an Möbel und Wände prallten. Der 59-jährige Zeuge Peter Hannaford erzählt, dass in dem Heim ältere Kinder von Angestellten systematische angestachelt wurden, Jüngere anzugreifen und zu vergewaltigen. Er selbst sei als Heimkind im Alter von zwölf Jahren "fast jede Nacht" Opfer solcher Gewalttaten geworden.
"Sadistische" Folterungen in Zellen
Für "Vergehen" sollen Mädchen und Buben in eine Zelle von nur drei Mal vier Meter gesperrt, "sadistisch" gefoltert und oft zugleich sexuell missbraucht worden sein. Wenn die ganze Wahrheit ans Licht kommt, schrieb die "Daily Mail", könnte das Königreich mit "dem weitaus schlimmsten Missbrauchsskandal auf britischem Boden" konfrontiert sein. Auspeitschungen seien an der Tagesordnung gewesen, schilderten weitere Zeugen, die sich bei der von den Berichten und dem Ausmaß der Ermittlungen überforderten Polizei der Kanalinsel meldeten.
Die meisten von ihnen haben die Insel vor der nordfranzösischen Küste, auf der heute fast 100.000 Menschen leben, längst verlassen. Mutmaßliche Opfer der Schänder meldeten sich aus Großbritannien und Frankreich, anderen europäischen Ländern und auch aus weit entfernten Ecken der Welt.







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