Der Tiroler war Mitte November des vergangenen Jahres in die Kritik geraten, weil er als der für Raumordnung und Seilbahngrundsätze zuständige Landesrat in der Wohnung des Seilbahnbetreibers Schultz residiert hatte.
Vor wenigen Tagen war zudem bekannt geworden, dass Switak Jagdeinladungen der Telekom im Jahr 2007 angenommen hatte, als er noch im Ministerium Platters tätig war. Auch von Lift- Besitzer Schultz soll er wiederholt zur Jagd eingeladen worden sein.
"Ich übergebe geordnete Finanzen ohne Nettoneuverschuldung", betonte der Landesrat bei der Ankündigung seines Rücktritts. "Offensichtlich" seien Jagdeinladungen wichtiger als "erfolgreiche Sacharbeit". Da die Debatte um seine Person in den Vordergrund getreten sei, habe er die Konsequenzen gezogen.
Rückblickend hätte er "vieles anders gemacht", so Switak. Er habe aber "zu jedem Zeitpunkt rechtlich und moralisch einwandfrei agiert". Auch für die anwesenden Journalisten hatte er noch einen Rat parat, bevor er sich verabschiedete: "Nehmen Sie keine Einladungen von Freunden an."
Am Nachmittag wurde der amtierende Haller Bürgermeister Johannes Tratter vom Landesparteivorstand einstimmig zum Nachfolger designiert. Welches Ressort er übernehmen wird, blieb vorerst offen. "Wir werden uns die Geschäftseinteilung in den nächsten Tagen anschauen", erklärte Platter vor Journalisten. Er werde das Amt mit "großer Demut aber auch mit Freude" annehmen, sagte Tratter bei seiner Präsentation.
Tratter, der seit März 2010 der Salinenstadt vorsteht, ist landespolitisch ein unbeschriebenes Blatt. Der 49- Jährige studierte im zweiten Bildungsweg Jus und schlug anschließend eine Verwaltungslaufbahn ein. Sechs Jahre bekleidete er unter anderem das Amt des Kufsteiner Bezirkshauptmannes. Ab 2006 leitete er die Abteilung Arbeit und Wirtschaft im Amt der Tiroler Landesregierung.