Fünf Millionen Dollar erhoffte sich István K. von dem Coup - nun sitzt der Wiener hinter Gittern. Sein krimineller Plan war die Entführung eines Juweliers in Los Angeles samt Lösegeld-Erpressung. Und der 70-Jährige hatte per Internet-Videokonferenzen bereits alles fein säuberlich ausgeheckt.
Kopf der Bande plaudert Plan aus
Zwei mutmaßliche Komplizen aus Ungarn - Attila B. (35) und den 36-jährigen Zsolt S. - hatte er bereits vor einem Monat nach Kalifornien entsandt. Der Dritte im Bunde, der amtsbekannte Waffenhändler Laszlo K. (64) aus dem US-Bundesstaat Arizona, kümmerte sich um die notwendigen "Werkzeuge".
Doch der Denker und Lenker der Bande selbst war es, der den Coup schlussendlich vermasselte: Bei einem Kurzbesuch in L.A. konnte der Wiener seinen Mund nicht halten - und erzählte einem Freund von seinem Plan, wie er illegal in die USA einreisen, wo er mit seinen Komplizen Vadim S. kidnappen und wie er zu den gebunkerten Millionen kommen wolle.
Im Notfall sollte die Geiselnahme seiner Familie oder das Abschneiden eines Fingers das Opfer zur Zusammenarbeit bewegen. Was mit dem Juwelier danach passieren würde, ließ er mit dem Satz "es hängt davon ab, wir improvisieren" noch offen.
"Beichtvater" war ein FBI-Spitzel
Dumm gelaufen: Sein vertrauensvoller "Beichtvater" war ein FBI-Spitzel. Und dieser schlug sofort Alarm. Während seine Komplizen in den USA ins Netz gingen, wurden dem Bandenchef jüngst durch Zielfahnder des Bundeskriminalamtes im Beisein von FBI-Agenten in der Wiener Innenstadt die Handschellen angelegt.
von Klaus Loibnegger, Kronen Zeitung
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