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Sozialpartner kämpfen vereint für die Gesamtschule

02.02.2011, 15:18
Sozialpartner kämpfen vereint für die Gesamtschule (Bild: APA/HARALD SCHNEIDER)
Foto: APA/HARALD SCHNEIDER
Die Sozialpartner wollen mit vereinten Kräften die Einführung der Gesamtschule erzwingen. Außerdem sprechen sie sich für eine gemeinsame Ausbildung aller Pädagogen (Kindergarten, Schule, Erwachsenenbildung) auf Hochschulniveau aus. Mit zwölf gemeinsamen Positionen, die am Mittwoch präsentiert wurden, wollen die Sozialpartner in einen "Bildungsdialog" mit der Politik treten.

Wirtschafts- , Arbeiter- und Landwirtschaftskammer sowie Gewerkschaft und Industriellenvereinigung plädieren weiters für ein "leistungsgerechtes bundesweit einheitliches Dienst- und Besoldungsrecht" für Lehrer, das auch eine "Ausdehnung der Anwesenheit an der Schule bei verbesserten Arbeitsbedingungen" beinhaltet. Die Autonomie der Schulen soll gestärkt werden und etwa die Auswahl der Lehrkräfte beinhalten.

Im Kindergartenbereich verlangen die Sozialpartner zum Beispiel "Bundeskompetenz für eine Rahmengesetzgebung bezüglich Qualitätskriterien und Standards". Insbesondere sollen im Kindergarten ausreichende Deutschkenntnisse vermittelt werden.

Auch neue Mittelschule soll ausgebaut werden

Ausgebaut werden soll die Neue Mittelschule: "Eine quantitative Beschränkung dieses Schulversuchs ist nicht sinnvoll", formulieren die Sozialpartner. Gleichzeitig wollen sie den "flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen" - kurzfristig soll in jedem Bezirk "zumindest eine Volksschule sowie eine Schule der Sekundarstufe I mit ganztägiger Betreuung" vorhanden sein.

Bei den geplanten Bildungsstandards für die vierte und achte Schulstufe gehen die Sozialpartner weiter als die bisherigen Regierungspläne: Die Standards sollen "klar definierte Mindestlevels" festlegen, "flächendeckend überprüft" und auch "auf individueller Ebene ausgewertet" werden.

Sozialpartner fordern kleinere Schülergruppen

Weiters fordern die Sozialpartner kleinere Schülergruppen sowie "Alternativen zur gegenwärtigen Fächerstruktur durch fächerverbindende, projektartige Unterrichtsformen und eine alternative Zeitorganisation". Unterstützt wird von ihnen auch die Erarbeitung eines Hochschulplans sowie die Einführung einer Studienplatzfinanzierung.

Schließlich wollen die Arbeitgeber- bzw. Arbeitnehmervertreter auch mitreden - sowohl bei der geplanten Neuregelung der Studienwahlberatung als auch beim Hochschulplan, in der Qualitätssicherungsagentur für den Hochschulbereich und der "Nationalen Plattform für lebensbegleitendes Lernen".

"Androsch baut Druck auf, wir setzen bereits um"

Während der ehemalige SP- Vizekanzler Hannes Androsch am Donnerstag mit der Bekanntgabe des Textes für sein Volksbegehren Druck für eine Bildungsreform erzeugen will, arbeiten die Sozialpartner laut eigenen Angaben bereits an deren Umsetzung. "Wir sind die Umsetzer, Hannes Androsch vielleicht ein bisschen das schlechte Gewissen von Außen - auch sowas braucht man in diesem Land", sagte Wirtschaftskammer- Präsident Christoph Leitl.

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