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Pro-Rosenkranz-Komitee übt Kritik an den Medien

06.04.2010, 12:53
Pro-Rosenkranz-Komitee übt Kritik an den Medien (Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)
Foto: APA/ROLAND SCHLAGER
Nach Heinz Fischer hat seit Dienstag auch Barbara Rosenkranz ein "unabhängiges Personenkomitee" für die Bundespräsidentenwahl. Prominentester Vertreter ist der ehemalige Vizekanzler unter Schwarz- Blau, Herbert Haupt, der bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem FP- nahen Historiker Lothar Höbelt für Rosenkranz warb (siehe Bild). Kritik übten die beiden vor allem an den Medien, die eine Kampagne gegen Rosenkranz gestartet hätten.

Höbelt ortete Manipulationen seitens der Medien, so seien etwa Rosenkranz' Aussagen zum Verbotsgesetz aus dem Jahr 2006 zusammengeschnitten und so dargestellt worden, als wären sie aktuell. Weiters habe Rosenkranz in der "ZiB 2" gesagt, dass sie nicht die Aufhebung des Verbotsgesetzes fordere und trotzdem habe es Medienberichte gegeben, dass sie dies wolle.

Dies sei eine "Gefahr" für die bürgerliche Seite, und gegen solche Manipulationen müsse man sich wehren, betonte Höbelt. Die "Kampagne" gegen Rosenkranz gehe nicht von der SPÖ aus, sondern "ähnlich wie es bei Waldheim war" von der "linken Mehrheit" unter den Journalisten, was zugunsten der SPÖ passiere.

Haupt sieht Rosenkranz als "Signal"

Die "gesamtpolitische Lage" und der "Medienrummel" der vergangenen Wochen haben auch Haupt dazu gebracht, sich für Rosenkranz einzusetzen, wie er erklärte. Es könne nicht sein, dass eine Frau, die zehn Kinder großgezogen und in einer "männerzentrierten Partei" Familie und Karriere unter einen Hut gebracht habe, "ungestraft diffamiert werden darf". Rosenkranz versuche für die Frauen im Land eine Lanze zu brechen, eine Frau an der Spitze des Staates wäre ein "Signal", so der ehemalige Vizekanzler.

Rosenkranz sei eine Patriotin mit einer "klaren Haltung", Fischer hingegen schweige zu vielen Themen wie der "desolaten Lage" des Bundesheers oder seiner Haltung zu Nordkorea. Weiters sei es ein "Skandal", dass Fischer eine TV- Diskussion mit den anderen Präsidentschaftskandidaten verweigere, kritisierte Haupt.

Frühere FPÖ- Prominenz im Komitee

Im Personenkomitee für die freiheitliche Bewerberin sind einige frühere FPÖ- Prominente vertreten, etwa Ex- Finanzstaatssekretär Holger Bauer, der ehemalige Justizminister Harald Ofner, der frühere FPÖ- Bundesparteiobmann Alexander Götz, Ex- Staatssekretär Reinhart Waneck oder die früheren Dritten Nationalratspräsidenten Siegfried Dillersberger und Gerulf Stix. Ebenfalls auf der Liste zu finden sind die ehemalige Zweite Präsidentin des Kärntner Landtages, Kriemhild Trattnig, und der frühere Universitätsrat der Medizinischen Universität Wien, Gerhard Pendl, der 2006 wegen einer umstrittenen Grabrede für den vom NS- Regime hoch dekorierten Luftwaffenoffizier Walter Nowotny abberufen worden war.

Auf die Frage, ob jemand im Komitee sei, der keine Verbindungen zur FPÖ habe, verwies Höbelt auf Josef Arnauer vom Wirtschaftsbund Niederösterreich, außerdem habe man Gespräche mit ÖVP- Politikern geführt - letztendlich habe zwar keiner zugesagt, es gebe aber genügend, die Rosenkranz im privaten Rahmen unterstützen würden. Laut Haupt findet sich im Personenkomitee auch keiner unter 40 Jahren - allerdings bewusst, denn man habe Drohungen bekommen und deshalb erfahrene Teilnehmer gewählt, die so etwas schon erlebt hätten. Auch er selbst habe "mysteriöse Anrufe" erhalten, erklärte Haupt.

Keine Hoffnung auf Wahlsieg

Weder Haupt noch Höbelt glauben angesichts der Umfragen wirklich an einen Sieg ihrer Kandidatin, ersterer hofft aber jedenfalls auf "Nachahmer", was der Republik guttun würde. Jede Stimme zähle, um gegen die "Kampagne" gegen Rosenkranz zu "protestieren", fügte Höbelt hinzu. Prinzipiell wäre "jedes Prozent über 20 Prozent" ein "voller Erfolg" für Rosenkranz, sagte Haupt.

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