Mord aus Eifersucht

Tödlicher Streit ums Ausgehen

Oberösterreich
29.09.2007 18:59
Sie wurde geschlagen, gewürgt und gepeinigt, hat aber ihren gefährlich eifersüchtigen Freund trotz allem nie hinausgeworfen. Nun wurde die 27-jährige Lagerarbeiterin Renate W. in Steyr ermordet. Weil sie allein ausgehen wollte, soll ihr der 33-jährige Türke Muharrem S. die Kehle durchtrennt haben. Er rief zwar gleich die Rettung, doch Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

„Meine Enkelin wollte oft mit ihm Schluss machen“, klagt die Oma Hedwig W. (86) in Kleinreifling, „dass bei Türken das Messer so locker sitzt“. Und die Wohnungs-Nachbarin Diana R. (22) aus der Steyrer Johannesgasse weiß, was ihre Freundin mit dem geschiedenen Mann eineinhalb Jahre lang mitgemacht hat: „Sie ist oft mit ihren Katzen zu ihrer Mutter geflüchtet, weil er so aggressiv war, dass es Ohrfeigen und blaue Flecken gegeben hat, wenn ihm etwas nicht gepasst hat.“

Freitag Abend passte dem arbeitslosen Türken offenbar nicht, dass sich die fleißige Steyr-Linz-Pendlerin mit einer Freundin zum Ausgehen verabredet hatte. Sie soll noch versucht haben, ihn zu beruhigen, ihn zu bewegen, doch mitzugehen. Doch der krankhaft eifersüchtige Mann ließ sich nicht beschwichtigen, sondern griff im Streit zu einem Küchenmesser mit einer 12-Zentimeter-Klinge. Zwei der Schnitte durchtrennten die Kehle, die Halsvenen tödlich. Ein Blutbad!

Das ernüchterte offenbar den betrunkenen Verdächtigen, für den die Unschuldsvermutung gilt. Er wählte um 20.53 Uhr den Rettungs-Notruf und alarmierte das Notarzt-Team: „In der Johannesgasse Nr. 1 liegt eine schwer verletzte Frau - ich hab´ meiner Frau den Hals abgeschnitten!“

Die Sanitäter versuchten, das Opfer am Tatort und im Rettungsauto 45 Minuten lang wiederzubeleben. Renate W. starb dann unmittelbar nach ihrer Einlieferung in das Steyrer Landeskrankenhaus. Die Polizei verhaftete den blutverschmierten Tatverdächtigen und versorgte die zwei verwaisten Katzen des Mordopfers. 

Muharrem S. wurde am Samstag verhört, verweigerte aber jede Aussage. Heute soll er jedoch zu einem Geständnis bewegt werden. 

 

 

Foto: Hannes Markovsky

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