Lebenslicht erlosch

Sektenfanatiker quälte sich hungernd in den Tod

Oberösterreich
29.12.2007 20:23
„Er hat gehungert und gefroren, wurde immer schwächer und schwächer - bis sein Lebenslicht erlosch“, so schildert der Linzer Gerichtsmediziner Prof. Dr. Johann Haberl den erschütternden Hungertod des 43 Jahre alten und 38 Kilo schweren Sektenfanatikers Gerhard M. in Mühlheim am Inn.

Wie exklusiv berichtet, dürfte der allein stehende Frühpensionist schon kurz vor Weihnachten in seiner Garconnière verhungert sein, wurde aber erst am Donnerstagabend von einem Nachbarn gefunden: „Er war mit drei Hosen und drei T-Shirts und Pullis dickest bekleidet“, berichtet nun der Obduzent, dass Kalorienmangel und Unterernährung die Wärmeproduktion verhindert hätten, noch ehe ein allgemeines Organversagen ausgelöst wurde: „So wie ein Ofen erlischt…“

Kriminalisten ermittelten, dass der frühere Vertreter nur ein halbes Jahr verheiratet gewesen war und sich der evangelischen Freikirche der „7.-Tags-Adventisten“ angeschlossen hatte, deren 3500 österreichische Mitglieder stets abstinent und meist vegetarisch leben: Gerhard M. soll sich nur makrobiotisch von Wasser, Körndln und verdünntem Apfelessig ernährt haben, weil seine bibeltreue Glaubensgemeinschaft ein möglichst einfaches Leben vorschreibt, das weder ausschweifend noch asketisch sein sollte.

Foto: Chris Koller

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