Prix Ars Electronica

Die Rebellion ist salonfähig

Oberösterreich
31.08.2006 17:54
Der Prix Ars Electronica ist 20 Jahre alt. Mit 19 preisgekrönten Arbeiten - ausgewählt aus 3000 Einreichungen - feiert man im Linzer O.K Centrum dieses Jubiläum. Die Ausstellung der Preisträger ist heuer von einem ironischen Umgang mit den Neuen Medien gekennzeichnet: Die Rebellion ist salonfähig geworden.

„Der Botschafter/The Messenger“ heißt die preisgekrönte Installation von Paul DeMarinis: Seine persönlichen E-Mail-Botschaften lösen bei sprechenden Waschbecken, tanzenden Skeletten und schimmernden Glasgefäßen mit jedem Buchstaben eine eigene Reaktion aus.

Ein Schwerpunkt liegt auf Graffitis: James Powderly ist Mitglied der Gruppe „Graffiti Research Lab“. Diese entwickelt u. a. Graffiti-Software und fordert mehr Mitspracherecht für die Bürger. Ihre Erfindungen sind erprobt und erlauben eine Form des (friedlichen) Protests, der die Tradition von Graffitis mit neuer Elektronik verbindet. Die Linzer Günther Kolar und Stefan Eibelwimmer sind Sammler. Sie haben auf der ganzen Welt „Stencils“ - mit Schablonen gesprayte Graffitis - gesammelt. Nun öffnen sie ihr Archiv erstmals im O.K Centrum.

Die beiden Japanerinnen Yuko Mohri und Soichiro Mihara hingegen greifen auf den Komponisten Erik Satie zurück, erweitern seine Kompositionen aber um Umraumgeräusche.

Bis 5. 9. täglich von 10 bis 24 Uhr (danach bis 8. Oktober zu den üblichen Öffnungszeiten)

 

Foto: Horst Einöder

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