Ein Bescheid über das Erlöschen der Bankkonzession ("Feststellungsbescheid") erfolgt damit erst dann, wenn alle Kundenkonten und Bankkundenbeziehungen aufgelöst sind. Dazu muss die Bank nun mit allen verbliebenen Kunden Kontakt aufnehmen. Das Ende der Banklizenz bedeutet nicht zwangsläufig die Liquidation der Gesellschaft. Noch vorige Woche hatte die angeschlagene Bank erklärt, dass die Rückgabe der Konzession "kein Thema" sei.
Die Bank Medici steht zu drei Viertel im Besitz der Gründerin Sonja Kohn und gehört zu einem Viertel der Bank Austria. Die hat den Buchwert dieser Bankbeteiligung am Mittwoch nur mehr mit etwa 1,5 Millionen Euro angegeben.
Verkaufsbemühungen sind geplatzt
Ursprünglich hätten nach Wunsch der Medici-Bankführung neue Investoren für das kleine Institut gefunden werden sollen. Am heutigen Donnerstag teilte die Gesellschaft aber mit, dass die aktuellen Marktturbulenzen "Gespräche mit potenziellen Investoren stark beeinflusst" hätten, sodass eine "zeitnahe Transaktion unwahrscheinlich" sei.
"Der Madoff-Betrug hat der Bank Medici großen Schaden zugefügt", so die Bank in ihrer Mitteilung weiter. Unter den aktuellen Gegebenheiten sei es nicht möglich, neues substanzielles Bankgeschäft aufzubauen, um entgangenes Geschäft zu kompensieren. Man werde "die Interessen der Kunden wahren" und nach Rücklegung der Banklizenz "weiterhin tätig" sein.
Dass Medici die Bankkonzession aufgeben wird bzw. wird müssen, war als Gerücht bereits vor dem Jahreswechsel im Raum gestanden. In der Causa Madoff ist sie aktuell auch mit Schadenersatz-Klagsdrohungen konfrontiert.
Seit Anfang Jänner unter Staatskuratel
Anfang Jänner ist die Bank unter Staatskuratel gestellt worden: Der frühere Vorstand musste gehen, ein vom Staat geschickter Aufpasser (Regierungskommissär) überwachte seither schon alle Geschäfte des Instituts.
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