Mit der aktuellen Wortmeldung von vier der bedeutendsten österreichischen Offizieren wandelt sich die bisherige Position der Bundesheer- Führung deutlich: Die Initiative zeigt, dass in der Heeresführung keinesfalls eine geschlossene Reformverweigerung vorhanden sein kann.
So liefert etwa Brigadier Thomas Starlinger, der Kommandant der 7. Jägerbrigade (3.500 Soldaten), nachvollziehbare Argumente pro Berufsheer: "Eine höhere Professionalität der Truppe erhöht vor allem die Überlebensfähigkeit der Soldaten bei ihren Einsätzen. Mit den in nur sechs Monaten ausgebildeten Grundwehrdienern sind Kriseneinsätze einfach nicht durchführbar. Es würde ja auch niemand einen nur ein paar Monate ausgebildeten Polizisten zum Dienst auf die Straße schicken. Die Pilotprojekte hätten schon viel früher kommen müssen."
Auch Oberst Gerhard Skalvy, der diensthabende Militärkommandant von Wien, spricht sich für die Pilotprojekte aus, die auch die Miliz stärken und aufwerten sollen: "Wir sollten uns das ohne Vorurteile ansehen. Das ist doch ein Beitrag zu einer sachlichen Diskussion zum Wehrsystem." Ebenso dieser Meinung sind der Salzburger Militärkommandant Heinz Hufler und sein steirischer Kollege Heinz Zöllner.
Die ÖVP hingegen bleibt auf Konfrontationskurs mit Verteidigungsminister Darabos. ÖVP- Generalsekretär Hannes Rauch: "Mit der Sicherheit spielt man nicht. Noch immer gibt es offene Fragen zu den Rechtsgrundlagen und zu den Kosten dieser Pilotversuche. Bisher hat Darabos herzlich wenig vorgelegt."