Seine Europapremiere hatte der Film während der am 18. Februar beendeten 57. Internationalen Filmfestspiele Berlin. Nach der breiten Ablehnung, die "The Good German" in den USA erlebt hat, hoffte Soderbergh in Berlin auf ein anderes Echo: "Mal sehen, ob wir dennoch Erfolg haben. Vielleicht bekommen wir ja in Europa Kritiken mit mehr Sympathien für unsere Arbeit." Doch auch auf der Berlinale kam der Film weder bei Publikum noch Kritik an.
Soderberghs in schwarz-weiß gedrehtes Werk voller historischer Dokumentaraufnahmen bietet einen langatmigen Mix aus Sentimentalität und Klischees des beginnenden Kalten Krieges in der Vier-Sektoren-Stadt Berlin. Die vor dem Hintergrund der Potsdamer Konferenz angesiedelte Story um Mord, Menschenschmuggel und Moral ist einerseits zu unübersichtlich, andererseits zu manieriert inszeniert, als dass sie fesseln könnte.
Daran ändert auch das unzweifelhafte Können der Stars Cate Blanchett und George Clooney nichts. Soderbergh hatte sie aufgefordert, wie er in Berlin sagte, "ganz äußerlich, sehr groß zu spielen". Sie haben sich daran gehalten und wirken überwiegend hölzern, grob, angestrengt. Überzeugende Figuren können sie dabei nicht entwickeln.
Soderbergh sagte in Berlin: "Die Filmstars der 40er Jahre spielten alle nur äußerlich und überzogen." Nach Ansicht von Kritikerin verdankte Ingrid Bergman ihren Erfolg aber gerade der Tatsache, dass sie eine damals neue Natürlichkeit auf die Leinwand brachte. Gefragt, warum er den Film überhaupt im Stil des alten Hollywood inszeniert habe, antwortete Soderbergh: "Ich finde das reizvoll und für die Geschichte genau richtig."
Alle Bilder (c) 2007 Warner Bros.
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