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24.04.2014 - 14:29

Fiat 500C: Faltdach macht ihn zum Herzensbrecher

22.10.2010, 16:21
Fiat 500C: Faltdach macht ihn zum Herzensbrecher (Bild: Fiat)
Foto: Fiat
Ich bin ja eigentlich weniger für das kleine Schnuckelige, sondern eher für das Kräftige mit viel PS zu haben. Doch nun steht da der Fiat 500C, und der packt mich bei meiner Italophilie. Wurscht, dass er nur 69 PS hat. Mit seinem Cinquecentosein und seinem stilechten Faltdach versetzt er mich in die Fünfzigerjahre, die ich nie erlebt habe. Gianfranco macht das Dorf unsicher!

Da werden Höhenstraße und Exelberg zur Amalfiküste, die Donau zum Tiber. Es kann ja kein Zufall sein, dass mein Testwagen hinten und an den Seiten so ein hübsches „Roma“- Dekor hat. Es gäbe noch unzählige andere „Personalisierungsmöglichkeiten“.

Niente Dach, tanto vento

Das Dach muss natürlich gleich dem Blick zum Himmel weichen. Das geht auf Knopfdruck elektrisch in drei Stufen: halb offen, ganz offen und hinten runtergeklappt. Dann liegt das Faltdach da, wo sonst die Glasheckscheibe steht, und verdeckt den Blick nach hinten (vielleicht sagt man deshalb CabrioVERDECK?), dafür hat der 500C Rückfahrsensoren serienmäßig (ESP allerdings nicht). Der Wind wirbelt in mein wallendes blondes Kurzhaar, die letzten Herbstsonnenstrahlen wärmen die Stirn und der Cinquecento das Gemüt.

Wohlig schließt sich meine Hand um den runden Schaltknauf und hält mit dem etwas knochigen Fünfganggetriebe den 1,2 Liter großen 69- PS- Vierzylinder bei Laune. Er hat gern Drehzahl, ist aber ein wirklich wackerer Geselle, der im Rahmen seiner Leistungsmöglichkeiten durchaus Fahrspaß bietet, weil er gut am Gas hängt und nur 905 kg wiegt (40 kg mehr als mit festem Dach). Wenn der Nachbar gerade woanders hinschaut, reicht’s sogar zu einem  imponierenden Ampelstart in Positano, äh Pötzleinsdorf. Okay, die 160 km/h Höchstgeschwindigkeit schafft er auch mit geschlossenem Dach nicht ganz, und das nur mit viel Anlauf. Aber ich hab’s Richtung Norden probiert. Richtung Süden hätte das Heimweh wohl die fehlenden 2 km/h rausgekitzelt. Wobei: Bei dem Tempo wird’s ohnehin so laut, dass man sich gerne an die 130 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung hält. Wie war das wohl damals mit 16 PS?

Das Dach denkt mit

Wenn man mit geöffnetem Dach unterwegs ist, empfiehlt es sich, den kleinen vorderen Windabweiser hochzuklappen. Das stört zwar die Optik etwas, aber es wummert nicht ab 60 km/h. Das ist übrigens just auch die Geschwindigkeit, bis zu der sich das Faltdach bedienen lässt. Darüber bewegt es sich keinen Centimetro. Hier macht das Faltdach ganz einen auf Cabrio. Dafür besteht es den Intelligenztest beim Öffnen des Kofferraums. Wenn das Verdeck hinten runtergeklappt ist (Stufe 3), fährt es nach oben (Stufe 2), bevor der Kofferraumdeckel entriegelt. Leider bleibt es da oben auch, wenn der Kofferraum wieder zu ist. Der misst übrigens 182 Liter (drei weniger als mit festem Dach) und lässt sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen auf 520 Liter erweitern. Giovannas Reisegepäck passt also rein, jedenfalls für die große Tour von Amalfi nach, sagen wir, Vietri.

Ihr gefällt besonders der Innenraum. Wunderschöne Sitze, wie ein Sessel aus den Fünfzigern, weiße Bedienelemente, in Wagenfarbe lackierte Flächen, und dass man so nahe zusammensitzt. Mir gefällt das weiße Lederlenkrad, besonders die Nähte. Auch die konzentrische Tacho- /Drehzahlmesserkombination ist schön und irgendwie stilecht. Auch die Nähe zur Seitenwand taugt mir, die bietet mir in schnellen Kurven den Seitenhalt, von dem die Sitze noch nichts gehört haben. Aber das auch nur, wenn Giovanna nicht dabei ist, die schreit sonst immer so. Mamma mia!

Schön, dass Fiat so etwas Schönes aus seinem Traditionsgepäck zaubert! Da kann man über leichte Stilfehler hinwegsehen, etwa über das Radio, das nur mit Druckknöpfen zu bedienen ist, hier braucht es dringend Drehregler. Oder den Schaltknüppel, der wie bei einem Van in der Armaturenkonsole steckt, statt aus dem  Boden zu wachsen. Andere Traditionsbrüche nehme ich gerne hin: Die Heizung ist serienmäßig und funktioniert prächtig, das Fahrwerk verdient seinen Namen, der Motor wird nicht heiß und hat vier statt zwei Zylinder. Wobei: Letzteres ist bei Fiat ja inzwischen auch zu haben. Und beim Multifunktionslenkrad bin ich noch nicht ganz sicher, was ich davon halten soll.

18.924,32 kostet der Testwagen, ein Fiat 500C 1.2 69 Pop, da stecken Extras drin im Gesamtwert von 4.324,32, darunter Start&Stop- Automatik (490), Klimaautomatik (1.220), ESP (560), dazu ein bissi Chromzierrat, Alufelgen, Perleffektlackierung usw.

Die 2.800 Euro Aufpreis für das Dach sind jedenfalls gut angelegt, 2.000 weitere für 31 Extra- PS sind zumindest zu überlegen. Es muss ja nicht gleich der Abarth mit 140 PS sein. Oder doch? Gianfranco hat damit sicher mehr Spaß. Und vielleicht will Giovanna ja einen eigenen Cinquecento…

Stephan Schätzl

Warum?

  • Warum fährt man nach Bibione? Oder Amalfi? Eben!

Warum nicht?

  • Italienhasser sind hier fehl am Platz.

Oder vielleicht …

  • … doch den Abarth. Wirkliche Konkurrenz gibt es nicht. Der MINI ist zwar auch ein kleines Retroauto, spielt aber in Sachen Fahrspaß (und auch in der Größe) in einer anderen Liga.
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