Pflege- und Gesundheitsberufe sollen als Schwerarbeit anerkannt werden. Das fordern jetzt die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) und die younion. Derzeit würden Schwerarbeitsanträge der Beschäftigten fast immer abgelehnt werden.
Dabei werde die Tätigkeit körperlich und psychisch immer anstrengender, Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste seien die Regel. Die aktuelle Rechtslage berücksichtigt laut den Gewerkschaften weder Mehrfachbelastungen noch Schwerarbeitsstunden. Da im Gesundheitsbereich beispielsweise Zwölf-Stunden-Schichten häufig seien, könnten die geforderten 15 Schwerarbeitstage pro Monat kaum erreicht werden.
Die aktuelle Regelung sieht vor, dass 120 Tage davon in den letzten 240 Kalendermonaten absolviert worden sein müssen. Zudem sind 45 Versicherungsjahre nötig, damit die Beschäftigten mit 1,8 Prozent Abschlag pro Jahr vor dem Stichtag in frühzeitige Alterspension gehen können.
„Verordnung erreicht möglichst niemanden“
„Wenn ich eine Verordnung schreibe, die möglichst niemanden erreicht, dann mache ich diese“, kritisierte Reinhard Waldhör, der bei der GÖD für Pflege- und Gesundheitseinrichtungen zuständig ist. Laut den Gewerkschaften sollen Pflege- und Gesundheitsberufe generell als Schwerarbeit anerkannt werden, zumindest sollte die Berechnung auf Stundenbasis erfolgen.
Am Sonntag, 12. Mai, ist der Tag der Pflege. Anlässlich dazu sind bundesweit Informations- und Verteilaktionen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen geplant. Zudem erhalten die Parlamentarierinnen und Parlamentarier Infomaterialien und Gegenstände wie eine Schlafmaske, Kaffee-Dragees und Taschentücher von den Gewerkschaften. Diese Dinge stehen symbolisch für die Belastungen im Gesundheitswesen.
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