Sa, 16. Dezember 2017

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29.11.2017 11:53

Bitcoins im Milliardenwert wohl für immer verloren

Der Bitcoin jagt von Rekord zu Rekord, hat kürzlich einen Kurs von 10.000 US-Dollar pro Einheit erreicht. Doch das digitale Geld kann unwiederbringlich verlorengehen. Eine Studie zeigt, dass bis zu 3,8 Millionen Bitcoins - maximal können 21 Millionen erzeugt werden - verschwunden sein dürften. Etwa, weil die Nutzer das Passwort zur Bitcoin-Börse vergessen haben oder die Börse verlorengegangen ist. In Dollar umgerechnet, fehlt ein zweistelliger Milliardenbetrag.

Zu diesem Schluss kommt das Forensikunternehmen Chainalysis, das die Bitcoin-Hintergrundtechnik Blockchain unter die Lupe genommen hat. Gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Fortune" gibt das Unternehmen an, dass mindestens 2,78 Millionen Bitcoins nicht mehr in Umlauf, also mit hoher Wahrscheinlichkeit verschwunden sind. Eine pessimistischere Schätzung geht von 3,79 Millionen verlorenen Bitcoins aus. Das entspricht 17 bis 23 Prozent aller derzeit existierenden Bitcoins.

Bitcoins für 27,8 bis 37,9 Milliarden Dollar fehlen
Berücksichtigt man, dass die Digitalwährung, von der es technologiebedingt allerhöchstens 21 Millionen Einheiten geben kann, kürzlich die Kursmarke von 10.000 US-Dollar überstiegen hat, weiß man von Bitcoins im Wert von mindestens 27,8 bis 37,9 Milliarden US-Dollar nicht, ob sie überhaupt noch existieren.

Bitcoins können auf vielerlei Arten verschwinden, schreibt das IT-Portal "WinFuture". Und zwar dauerhaft: Während echtes Geld nachgedruckt oder nachgeprägt werden kann, lagern Bitcoins in sogenannten Wallets - digitalen Geldbörsen auf Festplatten oder USB-Sticks, die mit starker Verschlüsselung gegen Diebstahl geschützt sind. Vergisst ein Nutzer das Passwort zu seiner Bitcoin-Börse, sind die darin enthaltenen virtuellen Münzen weg. Auch, wenn der Datenträger mit dem Wallet verloren geht, sind die enthaltenen Münzen verloren.

Viele Coins könnten wirklich verschwunden sein
Bedenkt man die wilde Geschichte des Bitcoins, ist es realistisch, dass viele Coins weg sind. Gerade in der Anfangszeit 2009, als noch in keinster Weise absehbar war, welchen Reiz das Kryptogeld auf den Kurs in die Höhe treibende Spekulanten haben würde, dürften viele Nutzer einfach aus Neugier mit ihren Privat-PCs Bitcoins erzeugt und in einem Wallet abgespeichert haben. Wer das Passwort anschließend vergessen oder seine Börse verloren hat, hat dieses Geld verloren.

Eine Million Bitcoins - zehn Milliarden US-Dollar - sollen zudem in der Bitcoin-Börse des mysteriösen Bitcoin-Erfinders mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto liegen. Diese zeigt allerdings laut Chainalysis-Analyse seit vielen Jahren keine Aktivität mehr. Auch um den Bitcoin-Gründer ist es ruhig geworden: 2016 behauptete ein australischer Unternehmer, er sei Satoshi Nakamoto. Es gab aber Zweifel an seiner Aussage.

Manch verlorener Bitcoin könnte wieder auftauchen
Unter Bitcoin-Experten glaubt man, dass ein Teil der verschollenen Bitcoins wieder auftauchen könnte. Es könnte sich beispielsweise um Bitcoins von Nutzern handeln, die keinen Handel mit Bitcoins treiben und keine Geschäfte damit abschließen, sondern seit Jahren geduldig die Kursgewinne beobachten und irgendwann verkaufen wollen. Ihre Wallets zeigen zwar keine Aktivität, die Bitcoins darin sind aber nicht verloren.

Eine andere Möglichkeit: Es ist denkbar, dass ein vor Jahren aus Neugier erzeugtes Bitcoin-Wallet, das womöglich irgendwo in einer Lade auf einem USB-Stick liegt, nach einigen Jahren wieder auftaucht, der Besitzer sich an das Passwort erinnert - und plötzlich auf einem Haufen Geld sitzt. Wenn der Datenträger so lang hält …

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