Sa, 26. Mai 2018

Digitaler Bankraub

22.11.2017 10:03

Die größten Skandale in der Bitcoin-Geschichte

In Internet-Währungen wie Bitcoin oder Ethereum sehen einige Experten die Zukunft des Zahlungsverkehrs. Sie verweisen auf den Vorteil, Geld ohne den Umweg über eine Bank in Sekundenschnelle von einem Ende der Welt ans andere zu schicken. Dadurch werden diese Krypto-Währungen aber auch für Hacker und Kriminelle interessant. Nachfolgend eine Übersicht zu den bislang größten Skandalen rund um Bitcoins und anderes Kryptogeld.

Nicht erst der Hype der vergangenen Monate macht die Börsen, an denen Bitcoin und andere Cyberwährungen gehandelt werden, zum beliebten Ziel von Hackern. Bei ihren Überfällen erbeuten sie manchmal Millionen und stürzen die Betreiber der Handelsplattformen oft in die Insolvenz. Bisher wurden insgesamt knapp eine Million Bitcoins gestohlen - zum aktuellen Kurs ist das eine Beute von 8,2 Milliarden Dollar.

Einer Studie von Tyler Moore zufolge, einem Professor für Cyber-Sicherheit an der Universität von Tulsa, wurden seit der Erfindung von Bitcoin 2009 ein Drittel aller Handelsplattformen für Krypto-Währungen gehackt. Nach Angaben der Datenschutz-Organisation Privacy Rights Clearinghouse lag die Quote bei US-Banken im gleichen Zeitraum bei einem Prozent.

Hier eine Übersicht der größten Bitcoin-Skandale der jüngeren Vergangenheit:

Oktober 2017: Ein Software-Programmierer wird zu 16 Monaten Haft verurteilt. Er soll der illegalen Bitcoin-Börse Coin.mx dabei geholfen haben, ihre Aktivitäten zu verschleiern. Deren Betreiber Anthony Murgio war zuvor bereits zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Dem Murgio-Urteil zufolge wurden über Coin.mx Lösegeld-Zahlungen für Ransomware-Angriffe abgewickelt. Bei solchen Attacken sperrt eine Schad-Software den Zugang zur PC-Festplatte. Die Hacker fordern meist eine Zahlung in Bitcoin, um die verschlüsselten Daten wieder freizugeben. Im Frühsommer 2017 legten ähnliche Programme namens "WannaCry" und "Petya" die Rechner zahlreicher Großkonzerne lahm.

Oktober 2017: Der russische Staatsbürger Alexander Winnik klagt gegen seine Auslieferung an die USA durch Griechenland. Die US-Behörden werfen ihm vor, der Kopf eines Geldwäscherings zu sein, der mit Hilfe von Bitcoins vier Milliarden Dollar (3,4 Milliarden Euro) verschoben hat. Winnik bestreitet dies. Er war während eines Urlaubs in Griechenland verhaftet worden. US-Ermittler verdächtigen Winnik zudem, beim Zusammenbruch der damals weltgrößten Bitcoin-Börse Mt.Gox 2014 die Finger im Spiel gehabt zu haben.

Juli 2017: Das US-Justizministerium schließt mit internationaler Mithilfe AlphaBay. Die Webseite galt als größter Online-Marktplatz im sogenannten Darknet. In dem schwer kontrollierbaren Netz sollen täglich Drogen, Waffen und Hacker-Software im Volumen von mehreren hunderttausend Dollar den Besitzer gewechselt haben. Im Rahmen der Razzien wird der mutmaßliche Gründer von AlphaBay, der Kanadier Alexandre Cazes, in Thailand verhaftet. Dem FBI zufolge war AlphaBay zehn Mal so groß wie Silk Road, ein bekannter 2013 geschlossener Online-Schwarzmarkt.

Juli 2017: Der Chef der 2014 zusammengebrochenen japanischen Bitcoin-Börse Mt. Gox plädiert im Prozess um angebliche Veruntreuung auf nicht schuldig. Die Behörden werfen dem Franzosen Mark Karpeles vor, umgerechnet 2,6 Millionen Euro an Kundengeldern auf sein persönliches Konto transferiert zu haben. Außerdem habe er Umsätze auf seinem Mt.Gox-Konto fingiert. Die damals weltgrößte Bitcoin-Börse war nach dem Verlust von 650.000 Bitcoins in die Insolvenz geschlittert.

März 2017: Behörden verhaften einen Teenager unter dem Vorwurf fingierter Bombendrohungen gegen zahlreiche jüdische Einrichtungen. Strafverfolger aus den USA und Israel werfen dem 18-Jährigen vor, seine Dienste im Darknet angeboten und damit etwa 240.000 Dollar in Bitcoin verdient zu haben.

November 2016: Einem Zeitungsbericht zufolge wurden Kunden der Liechtensteiner Valartis-Bank erpresst. Sie sollten zehn Prozent ihres Guthabens in Bitcoins zahlen, sonst würden Daten an Finanzbehörden und Medien weitergeleitet. Zuvor hatten sich Hacker Zugang zu den Systemen des Geldhauses verschafft.

August 2016: Damals erbeuteten Hacker bei einem Angriff auf die Hongkonger Handelsplattform Bitfinex 120.000 Bitcoins im damaligen Wert von etwa 70 Millionen Dollar. Gemessen am aktuellen Kurs beläuft sich der Schaden auf 982 Millionen Dollar.

Februar 2014: Der bekannteste Bitcoin-Raub ist die Attacke auf die damals weltgrößte Bitcoin-Börse Mt.Gox aus Japan. Etwa 25.000 Kunden verloren rund 650.000 Bitcoins - aktueller Wert: 5,3 Milliarden Dollar. Die Bitcoin-Börse, über die seinerzeit 90 Prozent des weltweiten Handels abgewickelt wurde, schlitterte daraufhin Anfang 2014 in die Pleite. Der Insolvenz-Verwalter der Börse hat Ansprüche von Geschädigten im Volumen von 400 Millionen Dollar anerkannt.

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