Mi, 18. Oktober 2017

Horror in Las Vegas

02.10.2017 13:49

„Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen“

Hunderte Schüsse hat ein Angreifer in der Nacht auf Montag in Las Vegas aus einem Hotelfenster auf die Besucher eines Musikfestivals abgegeben. "Menschen begannen, wie Fliegen zu fallen", schilderte ein Augenzeuge gegenüber dem Sender CNN die schrecklichen Szenen. Mindestens 50 Menschen wurden getötet und mehr als 400 verletzt. Der Täter nahm sich nach dem Blutbad das Leben.

Als die Schüsse fielen, hätten sich viele Konzertbesucher zu Boden geworfen, um sich in Sicherheit zu bringen, berichtete der Zeuge.

"Es war mehr als schrecklich"
Das Blutbad ereignete sich während eines Auftritts von Countrysänger Jason Aldean. Er und seine Band flüchteten von der Bühne und blieben unversehrt, wie Aldean mitteilte. "Es war mehr als schrecklich. Mir fehlen noch immer die Worte. Meine Gedanken und Gebete gelten allen, die heute betroffen sind." Es schmerze ihn zutiefst, dass dies Menschen zugestoßen sei, "die gekommen sind, um Freude zu haben", so der Sänger. Es hätte "eine Nacht mit Spaß sein sollen".

"Rundherum schrien die Menschen"
Ein Radiomoderator, der während des Konzerts nahe der Bühne gestanden war, sagte zu CNN, er habe den Lärm gehört und gleich darauf mitbekommen, wie Kugeln direkt neben ihm einschlugen. Die Geschosse seien teils auch vom Bühnenboden abgeprallt, er sei sofort in Deckung gegangen. "Rundherum schrien die Menschen", es habe absolutes Chaos geherrscht.

Immer wieder Schusssalven
Ein Augenzeuge sagte, nachdem die ersten Schüsse zu hören waren, habe die Band kurz aufgehört zu spielen, dann erneut begonnen und dann wieder aufgehört. Schließlich hätten sich die Musiker weggeduckt und seien von der Bühne geflohen. Er habe sich versteckt und Lichtblitze gesehen, die von einem der oberen Stockwerke des Mandalay Bay Resort and Casino kamen. Mehr als fünf Minuten lang habe er immer wieder Schusssalven gesehen.

"Rannten um unser Leben"
Augenzeugin Rachel Dekerf erzählte CNN, sie habe das Konzert verfolgt und plötzlich Schüsse gehört. "Sie dauerten zehn bis 15 Minuten. Es hörte nicht auf. Wir rannten um unser Leben." Dekerfs Schwester sagte, die meisten Menschen seien nur noch gekrochen, nachdem die ersten Schüsse fielen. Das Feuer hörte danach nicht auf: "Es schien immer weiter und weiter zu gehen."

"Wir krochen über Tote"
Eine Zeugin erzählte CNN, sie habe wie viele andere zuerst an ein Feuerwerk gedacht. "Dann realisierten wir, dass es sich um Schüsse aus einem Maschinengewehr handeln musste." Augenzeugen berichteten über schreckliche Szenen. Konzertbesucherin Cari Copeland Pearson sagte der Nachrichtenagentur dpa, sie habe zahlreiche Schüsse gehört, sei zunächst in Deckung gegangen und dann geflüchtet. "Wir krochen über Tote."

Video: Dutzende Tote bei Blutbad in Las Vegas

"Es dauerte sicher 20 Minuten lang"
Von länger andauerndem Gewehrfeuer erzählte eine Schweizer Touristin. "Wir hörten Schüsse von Maschinengewehren, als wir in unserem Hotelzimmer waren - das dauerte sicher 20 Minuten lang", sagte die Frau dem Portal "20 Minuten". "Die Polizei wies uns an, im Zimmer zu bleiben, die Schuhe auszuziehen und die Türen abzuschließen", sagte sie. Über dem Hotel kreisten Hubschrauber, auf den Gängen standen Polizisten. Die Gäste hätten sich für eine mögliche Evakuierung bereithalten müssen, bis dahin "mussten wir still im Hotelzimmer im Dunkeln auf dem Boden sitzen".

Schütze von Polizei tot aufgefunden
Der Täter wurde schließlich von der Polizei tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden und als der 64-jährige Stephen Paddock identifiziert. Er hatte sich das Leben genommen. Mit mindestens 50 Toten und mehr als 400 Verletzten ist das Blutbad von Las Vegas das schlimmste derartige Verbrechen in der Kriminalgeschichte der USA.

 krone.at
Redaktion
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