So, 19. November 2017

Zuletzt im Koma

19.06.2017 23:03

Nach Haft in Nordkorea: US-Student Warmbier tot

Der erst vergangene Woche von Nordkorea freigelassene US-Student Otto Frederick Warmbier ist tot. Der 22-Jährige sei in einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Cincinnati im Bundesstaat Ohio gestorben, teilte seine Familie am Montag mit. Warmbier, der zuletzt im Koma gelegen hatte, war von Nordkorea aus "humanitären Gründen" freigelassen worden.

Warmbier war im Jänner 2016 in Nordkorea festgenommen und im März desselben Jahres zu 15 Jahren Straflager verurteilt worden. Das kommunistische Regime in Pjöngjang warf ihm Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat vor. Konkret soll er in einem Hotel ein Plakat von der Wand genommen haben, um es zu stehlen.

Er verbrachte 17 Monate in Nordkorea, ehe er am vergangenen Dienstag im Koma liegend in die USA zurückgebracht wurde. Vorausgegangen waren intensive diplomatische Bemühungen von US-Außenminister Rex Tillerson und dem schwedischen Außenministerium, das die Interessen der USA in Nordkorea vertritt.

UN-Botschafter: "Etwas wird vertuscht"
Die Eltern des US-Studenten hatten erst vor zwei Wochen erfahren, dass ihr Sohn seit fast 15 Monaten im Koma lag. Die Begründung der nordkoreanischen Seite, er sei an Botulismus erkrankt und nach Einnahme einer Schlaftablette nicht mehr aufgewacht, hielten sie für nicht glaubwürdig. Auch UN-Botschafter Bill Richardson kann die Version der Lebensmittelvergiftung nicht so recht glauben: "Ich glaube, in Zusammenhang mit Ottos Zustand wird etwas vertuscht", mutmaßte er laut "Washington Post".

Eltern: "Er hat seine Reise nach Hause beendet"
Am Montag um 14.20 Uhr (Ortszeit) sei Warmbier in Cincinnati gestorben, wie seine Familie in einem Statement mitteilte. Darin hieß es auch: "Es ist unsere Pflicht zu berichten, dass unser Sohn, Otto Warmbier, seine Reise nach Hause beendet hat. Er ist im Kreise seiner ihn liebenden Familie gestorben."

Seine Familie sagte auch, als Warmbier vergangene Woche wieder in seiner Heimat angekommen war, hätte er besorgt ausgesehen - als ob er sich unwohl fühlen würde. Und weiter: "Trotz der schrecklichen Umstände änderte sich sein Gesichtsausdruck innerhalb eines Tages - er hatte seinen Frieden gefunden. Er ist zu Hause angekommen und wir glauben, er konnte das spüren."

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Redaktion
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Clara Milena Steiner
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