Mo, 23. April 2018

Reifen-Test

05.10.2006 13:12

Die besten Winterreifen 2006

Zack – und plötzlich war’s aus mit der warmen Witterung, der Herbst ist da. Jetzt ist die Zeit, wo dein Auto Winterstiefel bekommen sollte. Faustregel: Von O bis O (Oktober bis Ostern) Winterreifen! Schließlich haften sie bei niedrigen Temperaturen besser als Sommerreifen, auch bei trockener Straße. Welcher Pneu für dich der beste ist? Der ÖAMTC hat 35 getestet. Dabei gab es viele „Ausrutscher“, aber auch viermal ein „sehr empfehlenswert“.

Geprüft wurden heuer drei Größen: Die Dimensionen 185/60 R 14 T (für die Kleinwagen- und Kompaktklasse wie Fiat Punto oder VW Polo), 195/65 R 15 T und 205/55 R 16 H (beide für die Mittelklasse wie etwa BMW 3er oder VW Golf). 

205/55 R16 H: neueste Produkte am Markt
Überraschende Ergebnisse lieferte der ÖAMTC-Spezialtest in der Dimension 205/55 R 16 H. In dieser Reifengröße gibt es die neuesten Innovationen am Markt.

Die Experten vom ÖAMTC wollten wissen, ob sich Vorserienreifen – damit werden oft anderswo veröffentlichte Tests absolviert - von denen unterscheiden, die der Kunde schlussendlich zu kaufen bekommt. "Wir stellten fest, dass der Umstieg auf die Serienproduktion nicht immer 'spurlos' vor sich geht“, erklärt Eppel. "So gab es etwa für den Semperit Speed-Grip im Vergleich zu den Vortests leichte Abzüge im Schnee und bei Nässe. Auch der Goodyear UltraGrip Performance kommt im Schnee nicht ganz an das Niveau des Vorserienreifens heran."

  • Trotzdem beweist der "alpenerprobte" Semperit Speed-Grip bei diesem Test seine Fähigkeiten als bester "Winterkraxler". Lediglich auf trockener Fahrbahn zeigt er Schwächen.
  • Der ebenfalls brandneue Goodyear UltraGrip Performance schlägt sich bei den Wintereigenschaften nur durchschnittlich, ist dafür aber auf trockener Fahrbahn stabiler.
  • Auch der bewährte Pirelli Sottozero kann mit den neuen Produkten gut mithalten.
  • Der als vollwertiger Winterreifen angepriesene Nokian All Weather Plus mag dies im Flachland zwar sein, kann dieses Versprechen auf alpinen Bergstraßen aber nicht halten.
  • Dem oftmaligen Testsieger Bridgestone LM-25 rollen die neuesten Produkte davon.

195/65 R15 T: Billigreifen mit endlosen Bremswegen bei Nässe
In der meisterverkauften Dimension 195/65 R 15 T kamen gängige Billigreifen unter die Lupe - mit einem eindeutigen Ergebnis: "Geiz ist nicht 'geil', sondern gefährlich", so ÖAMTC-Experte Friedrich Eppel. In dieser Testreihe mussten sich Billigprodukte dem Vergleich mit einem Sieger aus dem Vorjahr stellen. Bis auf ein Modell hatten alle "Probanden" mit Schwierigkeiten zu kämpfen. "Besonders auf nasser Fahrbahn enthüllen sich gravierende Schwächen mit endlos langen Bremswegen."  

Löbliche Ausnahme ist der Sava Eskimo S3 aus dem Hause Goodyear. In neuester Ausführung überzeugt er zwar nicht ganz auf nasser Fahrbahn, wurde aber insgesamt mit "empfehlenswert" beurteilt.  

"Eines zeigte der Test ganz klar. Wer bei Winterreifen spart, setzt die eigene Sicherheit aufs Spiel", so Eppel. 

185/60 R14 T: Dichtes Gedränge an der Spitze bei den "Kleinen"
Vier Modelle wurden in der kleineren Dimension 185/60 R14 T mit "sehr empfehlenswert" beurteilt und gleich acht weitere mit "empfehlenswert".

  • Neben sehr guten Einzelleistungen überzeugt der neue Alpin A3 von Michelin wieder einmal beim Verschleiß und im Rollwiderstand.
  • Schneekönig in dieser Klasse ist aber eindeutig der Pirelli Snowcontrol mit dem meisten Vortrieb im Schnee.
  • Die bewährten Produkte Bridgestone LM-20 und Continental TS 800 brachten ebenfalls erneut Spitzenleistungen.  
  • Der Vorjahressieger UltraGrip 7 von Goodyear verpasste einen Spitzenplatz nur knapp. Er zeigte im Aquaplaning Schwächen.

Ganzjahresreifen schwacher Kompromiss
In dieser Dimension wurden auch fünf Ganzjahresreifen getestet. Ganzjahresreifen sind besonders bei Wenigfahrern und im SUV-Bereich beliebt. "Sie können aber immer nur ein Kompromiss sein", erklärt Eppel.

Die Beurteilung in diesem Test erfolgte nach den Maßstäben und Gesichtspunkten von Winterreifen. Drei Produkte schnitten daher mit "empfehlenswert" ab. Nach den Maßstäben von Sommerreifen beurteilt, würden alle fünf getesteten Produkte auf Grund ihrer schlechteren Nass- und Trockengriffeigenschaften aber nur ein "bedingt empfehlenswert" bekommen. "Werden diese Reifen zudem noch im Sommer gefahren, so verlieren die Kanten schnell ihre Schärfe, der Schnee- und Eisgriff lässt nach", erläutert der Experte. “Zudem haben Ganzjahresreifen im Sommer ein deutlich geringeres Sicherheitspotential auf trockener Straße“.  

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