WHO warnt vor Folgen

Lärm ist eine der größten Umweltbelastungen

Gesund Konkret
27.04.2024 06:00

Wie fühlt sich eigentlich Stille an? Das weiß mittlerweile kaum jemand mehr, obwohl es wichtig wäre, den Ohren auch einmal eine Auszeit zu gönnen. Denn Lärm macht uns Stress, stört den Schlaf, die Gehirnfunktionen und schädigt das Gehör schon in jungen Jahren. 

Das Problem der ständigen Umgebungsgeräusche wird immer noch schwer unterschätzt. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO stellt Lärm bereits die zweitgrößte umweltbedingte Gesundheitsgefahr in Europa dar. Neben oben genannte Beeinträchtigungen wird sogar die Herzfunktion angegriffen und die Krebsgefahr erhöht sich. Der Grund liegt vor allem am Stresshormon-Level und dadurch ausgelöste Entzündungsvorgänge. Hier sprechen wir aber gar nicht von Presslufthammer und Düsenjet, sondern von Alltagslärm.

Eine Belastung ab 55 Dezibel (Gespräch, Haushaltsgeräusche, in der Wohnung) kann bereits Konzentrationsschwierigkeiten und erhöhten Stress bedingen. Meist sind wir aber von lauteren Geräuschen umgeben.

  • Fernseher Zimmerlautstärke: 60 Dezibel
  • Verkehr: 70 Dezibel
  • Auto, Rasenmäher: 80-90 Dezibel
  • Zug, Motorrad: 90-100 Dezibel
  • Kettensäge: 110-120 Dezibel (Schmerzgrenze)
  • Flugzeugstart: 140 Dezibel

Laut Umfragen fühlen sich 85 Prozent der Österreicher zumindest zeitweise vom Umgebungslärm genervt. Schwerhörigkeit, auch schon in jüngeren Jahren, nimmt kontinuierlich zu. Stress und psychische Belastung sind übrigens auch maßgebliche Risikofaktoren für Tinnitus und Hörsturz. Dauerlärm und Knallgeräusche sowieso.

Vom Haushaltsgerät (70-80 dB) bis zum Düsenflieger (140 dB) reicht die tägliche Lärmbelastung.
Vom Haushaltsgerät (70-80 dB) bis zum Düsenflieger (140 dB) reicht die tägliche Lärmbelastung.(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

Nun, die modernen Lebensumstände können wir nicht ändern, wohl aber den Umgang damit. Experten raten zu Schutzmaßnahmen, nicht nur beim Rockkonzert, sondern auch im gewöhnlichen Alltag.

Schutz und Filter für die Ohren auch im Alltag
Hörakustiker Lukas Schinko: „Ein Gehörschutz sollte – egal in welcher Altersgruppe – zum Standard-Outfit gehören, wenn es laut wird. Unsere Ohren brauchen Ruhepausen.“ Moderne Materialien und Filtersysteme können individuell angepasst werden. Dies gilt auch für Hörgeräte, die mittlerweile fast unsichtbar getragen, über Apps gesteuert und dem modernen Lebensstil (Restaurant, Club, Konzert) angepasst werden können. Das macht sie auch für die Jüngeren interessant. Bei Kopfhörern die vom Werk eingestellte Lautstärkengrenze nicht überschreiten. 

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Ein Gehörschutz sollte – egal in welcher Altersgruppe – zum Standard-Outfit gehören, wenn es laut wird. Unsere Ohren brauchen Ruhepausen.

Lukas Schinko, Hörakustiker

Besonders wichtig: ruhige Nächte zur Erholung und Regeneration. Wer sein Zimmer nicht abschirmen kann, greift zu „Ohrstöpseln“. Begeben Sie sich regelmäßig an ruhige Orte außerhalb der Stadt. In den Wald (Blätterrauschen: 20 Dezibel), auf eine Wiese (Vogelzwitschern: 40 Dezibel) oder an einen einsamen See (leichter Wind: 30 Dezibel). Das entlastet nicht nur das Gehör, sondern entspannt auch die Nerven. 

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