Naturschützer vom „Haus am Katzenturm“ fordern nach Auslaufen des Bescheids ein Ende der Heliskiing-Angebote am Arlberg.
Bisher gibt es nur ein Gebiet in Österreich, an dem Heliskiing nicht untersagt ist. Am Arlberg frönen Wintersportler diesem nicht gerade umweltfreundlichen Hobby. Dem könnten die Zuständigen der Behörden bald ein Ende setzen, da der Bescheid bereits abgelaufen ist. Geht es nach den Verantwortlichen der Natur- und Umweltorganisationen, die sich im Dachverband „Haus am Katzenturm“ zusammengeschlossen haben, sollte Heliskiing am Arlberg nicht mehr genehmigt werden.
52 Helikopterflüge wurden im Zuger Tal bei der jüngsten Erhebung innerhalb von 60 Stunden gezählt. Bei rund 30 Prozent der Flüge wurden Menschen per Hubschrauber auf Berggipfel geflogen, um sich den mühsameren Aufstieg per Tourenski zu ersparen. Ein Unding, findet Mike Mathis, Geschäftsführer des Alpenvereins Vorarlberg und Vorstandsmitglied im Verein „Haus am Katzenturm“. Ein Ende des Heliskiings würde zwar keine völlige Ruhe bringen, wäre aber ein erster Schritt, um den Einfluss des Menschen auf sensible Naturgebiete einzudämmen. Nicht zuletzt würden Grundlagendatenerhebung zeigen, dass sogenanntes „naturschutzfachlich relevantes Schutzgut“ vorliegt. Tiere wie die Raufußhühner würden ein auffallend zurückgezogenes Verhalten im Bereich der Heliskiing-Routen zeigen.
Im Vorarlberger Dachverband „Haus am Katzenturm“ mit Sitz in Feldkirch haben sich bisher 11 Umwelt- und Naturschutzorganisationen zusammengeschlossen. Neben dem Alpenverein Vorarlberg sind auch Bio Austria Vorarlberg, der Verein Bodenfreiheit, Cipra Lab, die Inatura, das Klimabündnis Vorarlberg, der Naturschutzbund, die Naturwacht, der Obst- und Gartenkultur Vorarlberg, Südwind Vorarlberg und Weiterwohnen im Dachverband vertreten.
Ähnlich sehen dies Martin Strele, Obmann des Vereins, und Geschäftsführerin Lisa Vesely. „Sich per Hubschrauber auf einen Berggipfel fliegen zu lassen, ist eine Sache, die wie aus der Zeit gefallen ist. Die Herausforderungen in anderen Bereichen erfordern unsere volle Aufmerksamkeit“, betont Martin Strele. Lisa Vesely verweist auf immer mehr Gäste, die nach umweltfreundlichen Angeboten suchen würden.
Die Werthaltungen, auf denen der Tourismus in Vorarlberg aufgebaut sein soll, seien in der Vorarlberger Tourismusstrategie zu finden und würden authentische Gastfreundschaft, weltoffene Regionalität, faire Kooperation und Nachhaltige Entwicklung beinhalten. Ein Ende des Heliskiings ist damit auch von anderer Seite gut argumentiert.
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