Fr, 24. November 2017

Adobe-Streit

05.05.2010 13:25

Apple droht möglicherweise Kartellverfahren

Apple droht im Streit mit Adobe möglicherweise ein Kartellverfahren. Wie die Wirtschaftsagentur Bloomberg berichtet, erwägen die US-Behörden nach einer Beschwerde von Adobe ein Verfahren gegen den iPhone-Hersteller einzuleiten. Der Softwarekonzern wirft Apple vor, den Wettbewerb zu behindern, indem das Unternehmen für mobile Geräte wie das iPhone oder das neue iPad keine Anwendungen von Adobe wie etwa die weit verbreitete Flash-Software zulässt.

Der Streit zwischen Apple und Adobe hatte sich zugespitzt, nachdem Apple-Chef Steve Jobs mit heftiger Kritik an der Adobe-Software an die Öffentlichkeit gegangen war (siehe Infobox). Diese sei veraltet, zu energiehungrig und für Geräte mit berührungsempfindlichem Bildschirm völlig ungeeignet, lautete der Vorwurf. Im Internet ist die Flash-Software weit verbreitet, sie gilt als Standard für multimediale Inhalte wie etwa Video-Clips.

Die Wettbewerbshüter könnte Apple auch mit seinen restriktiven Vorschriften für die Entwicklung von Anwendungen (Apps) für iPhone und iPad auf den Plan rufen, schreibt das "Wall Street Journal". Bestimmte Richtlinien von Apple verhinderten es beispielsweise, dass Anzeigenkunden ihre Werbung zielgerichtet platzieren können. Damit könne sich Apple mit seinem eigenen neuen Anzeigen-Service iAd einen deutlichen Vorteil verschaffen, schreibt die Zeitung.

Ob es überhaupt zu einem Verfahren kommt, bleibt allerdings abzuwarten. Noch würden beim Justizministerium und der Handelsbehörde Federal Trade Commission die jeweiligen Zuständigkeiten geklärt.

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