Besuch im Weißen Haus
Merkel lobt Trumps Stärke bei Korea-Kurs
US-Präsident Donald Trump hat der deutschen Kanzlerin Angela Merkel am Freitag einen herzlichen Empfang bei ihrem Besuch im Weißen Haus in Washington geboten. Nach der Begrüßung mit Küsschen lobte er sie als „außergewöhnliche Frau“. Er beteuerte außerdem: „Wir hatten eine gute Beziehung von Anfang an, aber das haben nicht alle verstanden. Aber wir haben es verstanden.“ Lob von der Kanzlerin gab es vor allem für Trumps Korea-Politik. Für seine Unbeliebtheit im Merkels Heimat lieferte er eine interessante Erklärung ab.
Trump gratulierte ihr auch zu ihrer vierten Amtszeit. Merkel entgegnete, die Regierungsbildung habe etwas gedauert. „Jetzt war es mir ganz wichtig, als ersten Besuch außerhalb Europas nach Washington zu kommen und unsere Zusammenarbeit zu vertiefen“, so die Kanzlerin.
Anders als beim Besuch im März 2017 gaben einander Merkel und Trump beim Fototermin im Oval Office mehrmals vor laufenden Kameras die Hand. Im Vorjahr hatte Trump der Kanzlerin den Handschlag verweigert, was zu Kritik führte. Anschließend sprachen beide zunächst unter vier Augen und dann im Rahmen eines Mittagessens über Streitfragen.
Sturer Trump, diplomatische Merkel
Beim angedrohten US-Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran stellte Trump klar, an seiner Position festhalten zu wollen. Merkel antwortete diplomatisch: „Das Abkommen ist ein erster Schritt, aber reicht nicht aus. Es muss mehr dazukommen. Das ballistische Raketenprogramm des Iran gibt Grund zur Besorgnis.“ Trump muss bis zum 12. Mai entscheiden, ob von den USA ausgesetzte Sanktionen gegen den Iran außer Kraft bleiben. Das wird de facto auch als Entscheidung über den Verbleib der USA im internationalen Atom-Deal mit dem Iran angesehen.
Wie erwartet, waren auch die Verteidigungsausgaben ein Thema. Trump erinnerte die europäischen NATO-Mitglieder daran, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Merkel versprach: „Wir sind nicht da, wo wir hin müssen - aber wir stehen zu den Zielen, die wir vereinbart haben.“
Was dem Präsidenten auch missfällt, ist der hohe Überschuss der EU im Handel mit seinem Land von gut 150 Milliarden Dollar (rund 120 Milliarden Euro) pro Jahr. Er wolle einen fairen, auf dem Grundsatz der Gegenseitigkeit beruhenden Handel. Merkel verwies auf die vielen Aktivitäten deutscher Firmen in den USA und deren Exporte von dort aus. Deutschland wolle einen Handel, der den WTO-Regeln entspreche. Da die WTO aber zuletzt keine größeren multilateralen Abkommen mehr auf den Weg gebracht habe, könnten auch bilaterale Abkommen Sinn machen.
Lob gab es von Merkel für die Annäherung von Nord- und Südkorea. Die Stärke, mit der Trump darauf gesetzt habe, dass die Sanktionen gegen Nordkorea eingehalten würden, zeitigten Erfolge. Das Treffen von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und Südkoreas Präsident Moon Jae In sei ein „erster Schritt auf einem Weg, der hoffentlich hoffnungsvoll geht“, sagte sie. „Wir Deutschen können fühlen, wenn nach Jahren der Teilung wieder Kontakte entstehen“, sagte Merkel.
Trump: Unbeliebtheit im Ausland als Indikator, dass er Job gut macht
Für seine Unbeliebtheit in Deutschland lieferte Trump eine eigenwillige Erklärung ab: „Ich glaube, wenn ich mir die Zahlen in Deutschland und einigen anderen Ländern anschaue, sie (die Menschen) mögen Donald Trump vielleicht nicht“, sagte er. „Aber Sie müssen verstehen, dass das bedeutet, dass ich einen guten Job mache, denn ich vertrete die Vereinigten Staaten. Angela vertritt Deutschland. Sie macht einen fantastischen Job.“
Trump: „Vielen lieben Dank, Angela!“
Der Abschluss des öffentlichen gemeinsamen Auftritts erfolgte schließlich ähnlich herzlich wie die Begrüßung. Der US-Präsident nannte die Kanzlerin laut „Bild“ sogar beim Vornamen: „Vielen lieben Dank, Angela!“







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