Das geplante Integrationspflichtgesetz setzt auf harte Strafen. Natürlich sind das Erlernen der deutschen Sprache, das Einhalten von Gesetzen sowie die Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe unverzichtbare Säulen einer gelungenen Integration. Aus eigener Erfahrung mit Geflüchteten weiß ich: Gelungene Integration entsteht, wo eigener Wille auf tatkräftige Unterstützung durch die Zivilgesellschaft trifft. Sei es bei Behördengängen, Babysitterdiensten, Arbeitsuche u.v.m. Bei vielen Betroffenen schwingt ständig die Angst mit, etwas falsch zu machen. Die teilweise Aussetzung der Familienzusammenführung ist zynisch und kontraproduktiv. Hier trifft es besonders Integrationswillige, die bisher alles richtig gemacht haben. Ich wünsche mir von der Politik, dass sie den wertvollen Beitrag der geflüchteten Menschen für unsere Gesellschaft endlich anerkennt, statt das Bild nur über wenige Unwillige zu definieren. Reine Druckmittel bringen lediglich Frustration und Armut. Echte Integration wächst nicht durch Härte, sondern durch gegenseitige Wertschätzung und ein Miteinander.
Elisabeth Wally, Henndorf
Erschienen am Di, 3.11.2026
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