Nahezu wöchentlich brechen irgendwelche Skandale auf, in die (ehemalige) hochrangige Politfunktionäre verwickelt sind. Walter Ruck, ehemaliger „WKÖ-Kapitän“ von Wien, ist so ein Protagonist, der offenbar nichts unversucht ließ, um seine eigene Herrlichkeit noch heller strahlen zu lassen. Allein Rudolf Fußi 4,1 Mio. Euro zwischen 2016 und 2025 aus Kammermitteln zukommen zu lassen, um in den sozialen Medien „richtig“ dazustehen, zeigt, wie sehr Ruck als Kammer- und ehemaliger ÖVP-Funktionär längst die Bodenhaftung verloren hatte. Wäre ich Wirtschaftstreibender in Wien und müsste meinen Zwangsbeitrag an die WKÖ leisten, wäre ich mehr als erbost, zumal die Wiener Wirtschaftskammer intern offenbar genug Mitarbeiter gehabt hätte, um den Geltungsdrang ihres Präsidenten ausreichend befriedigen zu können. Es ist diese offenbar grenzenlos und oft parteiübergreifend praktizierte Freunderlwirtschaft, die Normalbürger zunehmend wütend macht und in Scharen in die Arme der FPÖ treibt. Nach den nächsten Wahlen mit einem annehmbaren Rekordergebnis für Herbert Kickl soll bitte niemand aus den derzeitigen Regierungsparteien dann fragen, wie es so weit kommen konnte.
Martin Krämer, per E-Mail
Erschienen am Fr, 9.10.2026
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