Nicht wenige Leserbriefschreiber machen sich Sorgen, erkennen, was in diesem Land schiefläuft, und liefern Lösungsansätze für eine bessere Zukunft, und man fragt sich: Wieso die Politiker nicht? Zeilers Engagement war ein nötiger Weckruf, und der darf nicht so einfach verpuffen, es darf nicht wieder nur um Personalrochaden gehen. Da gibt es genug Baustellen, die wirklich beunruhigen. Wie zum Beispiel die Sozialistische Jugend, die zum Protest aufruft gegen das angeblich rassistische Kopftuchverbot an Schulen. Lässt sie sich tatsächlich vor diesen Karren spannen, Erfüllungsgehilfe zu sein, für eine bedenkliche, rückwärts gerichtete Ideologie, die auf dem Rücken von Mädchen ausgetragen wird? So naiv kann man doch nicht sein, zu glauben, dass Väter und Brüder nicht das letzte Wort haben. Wenn die betroffenen Mädchen, die frei aufwachsen wollen, nicht den Rückhalt des Staates erfahren, wie sieht dann ihre Zukunft aus? Und in weiterer Folge unsere eigene? Es mangelt nicht nur an Einsicht und längst nötigen Reformen, vor allem fehlt es an Herz in der Partei. Wir müssen „sozial sein“ neu denken, wenn es wirklich gerecht sein soll. Keiner versteht, wieso jemand, der jahrzehntelang ins System eingezahlt hat und sich durch die Kostenexplosion das Heizen nicht mehr leisten kann, finanziell gleichgestellt wird mit jemandem, der sich nie solidarisch gezeigt hat, kriminell wird und der Gesellschaft zur Last fällt. Das ist nicht nur zutiefst unsolidarisch, das ist politischer Selbstmord. Diese Situation ist vielleicht die letzte Chance, selbstkritisch zu sein, genau hinzusehen, wo Bequemlichkeit über Gerechtigkeit gesiegt hat, und endlich das Richtige zu tun, nicht nur für die Wähler, die der SPÖ einst vertraut haben, sondern für das gesamte Land.
Renate Lehner, per E-Mail
Erschienen am Fr, 9.10.2026
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