Die aktuelle Kritik mancher Politiker und „Experten“ an zunehmender Teilzeitarbeit ist nicht nachvollziehbar. Jede Teilzeitkraft hat ihre guten Gründe dafür. So arbeiten etwa Frauen meistens Teilzeit, weil sie sich um Kinder kümmern, oder andere machen nebenbei eine Aus- oder Weiterbildung. Grundsätzlich soll jeder, unabhängig vom Anlass, in einem demokratischen Land die Wahl haben, das Ausmaß seiner Tätigkeit selbst zu bestimmen, wobei das Wichtigste die Forderung ist, dass jeder im Sinne des Selbsterhaltungssatzes einer Erwerbsarbeit nachgeht. Viele Jobs werden übrigens nur in Teilzeit angeboten. Das sind unternehmensinterne Entscheidungen, auf die weder Arbeitnehmer noch die Politik Einfluss haben. Und die Versicherungslücke, die dadurch entsteht, dass Teilzeitkräfte geringere Krankenversicherungsbeiträge bei vollem Leistungsanspruch zahlen, könnte man durch Selbstbehalte ausgleichen.
Mag. Martin Behrens, Wien
Erschienen am Mi, 9.9.2026
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