Natürlich ist zu hinterfragen, warum viele Monate auf OPs warten und ob Promis schneller drankommen. Wenn das Spital im Fall von Hrn. Bablers Vater ausdrücklich von einem rapiden Krankheitsverlauf, starken Schmerzen und medizinischer Dringlichkeit spricht, sollte man das auch akzeptieren. Man muss Babler politisch nicht mögen. Auch ich bin weder von ihm noch von der bisherigen Arbeit der Regierung begeistert. Aber daraus eine Neiddebatte zu machen und zu verlangen, sein Vater hätte trotz medizinischer Dringlichkeit länger warten sollen, ist heuchlerisch und unethisch. Ein Treppenwitz bleibt allerdings: Erst vor wenigen Tagen forderte Babler die Abschaffung des PRIKRAF und stellte die öff. Finanzierung privater Krankenhäuser infrage. Speising selbst fällt zwar nicht unter den PRIKRAF, sondern ist ein gemeinnütziges Ordensspital. Gerade dieser Fall zeigt, wie wichtig neben öff. Spitälern Ordensspitäler und andere nicht-staatliche Krankenanstalten für unsere Gesundheitsversorgung sind. Auch sie müssen finanziert werden. Der Skandal ist nicht, dass ein dringender Patient rasch operiert wurde. Der Skandal sind viel zu lange Wartezeiten für viele andere.
Ilmar Tessmann, St. Oswald/Eberstein
Erschienen am Sa, 5.9.2026
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