Menschen blicken mit gemischten Gefühlen in die Zukunft und sehen das Glas halb voll oder halb leer. Obwohl es der breiten Bevölkerung gut geht, wird täglich gesudert, was in Österreich alles nicht so gut läuft. Es kann nicht geleugnet werden, dass Österreich eines der sichersten Länder der Welt ist, nach wie vor ein gutes Gesundheitssystem hat und der Lebensstandard hoch ist. Ein Blick zu unseren deutschen Nachbarn zeigt den hohen Standard unseres öffentlichen Verkehrs mit modernen Bahnhöfen, ausgebauten Bahnstrecken und modernen Zuggarnituren. Die Natur ist trotz der heurigen Trockenheit und den damit verbundenen Auswirkungen einmalig schön, das Essen fantastisch und das Land ist sauberer als die meisten Länder, welche rund um uns angrenzen. Der Tourismus verzeichnet eine Rekord-Auslastung, Urlaubshungrige stauten trotz der Spritpreise kilometerweit auf Autobahnen und Grenzen, Thermen und Restaurants sind bestens gebucht und mehr Menschen denn je leisten sich Flugreisen in ferne Länder. Überall ist die viel zitierte „Armut“ zu sehen. Dem gegenüber ist die verbreitete Stimmung weitaus schlechter als die Lage. Vermutlich liegt es daran, dass wir nur das Negative zu sehen bekommen und dadurch das Gefühl entsteht, dass immer alles schlechter wird. Zukunftsforscher meinen, dass man schon fast ein schlechtes Gewissen hat, wenn man etwas gut findet. Wie wäre es, einmal darüber zu reden, was wir alles haben, anstatt dauernd zu klagen, was wir nicht haben? Auch wenn es Menschen gibt, die sich weniger leisten können, jammert die breite Masse auf hohem Niveau. Vielleicht erleben wir gerade jetzt Jahre, die wir später einmal als die gute alte Zeit in Erinnerung haben werden?
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am Sa, 5.9.2026
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