Man sollte weniger über Aufrüstung reden, sondern versuchen, mit Kreml-Chef Putin ins Gespräch zu kommen. Das sagt der deutsche Politiker Armin Laschet. Ein Lichtblick in Zeiten, wo die Kriegstüchtigkeit zu den wichtigsten Eigenschaften einer Gesellschaft erhoben wird. Oder wie es der ehemalige SPD-Politiker Helmut Schmidt formulierte: „Lieber 100 Stunden umsonst verhandeln, als eine Minute schießen.“ Die sog. „Koalition der Willigen“ dürfte andere Pläne verfolgen. Emmanuel Macron verkündete, „wir sind bereit“. Bereit wofür? Um Europa in einen großen Krieg zu führen? Nicht jeder, der über Frieden redet oder Angst vor einer großen Eskalation hat, ist ein Putin-Versteher. Aber man erwartet von verantwortungsvollen Politikern, dass sie in der Lage sind, die Konsequenzen ihrer Handlungen abzuschätzen. Es gilt, diesen Konflikt zumindest räumlich zu beschränken, im Optimalfall zu beenden. Ein Flächenbrand am gesamten Kontinent wäre ein Fiasko. Europa scheint ein wenig die Angst vor dem Krieg verloren zu haben. Natürlich müssen wir uns angemessen verteidigen können. Die tägliche Rhetorik aber auf eine unausweichliche Konfrontation mit Russland zu beschränken, ist der falsche Weg. Die Werte des Westens bis zur totalen Eskalation zu vertreten, kann ja nicht die Strategie für eine Konfliktlösung sein. Niemand ist daran interessiert, für Kiew in den Krieg zu ziehen. Und wer Frieden schaffen will, wird mit jenen reden müssen, mit denen anscheinend niemand reden darf.
Wolfgang Knapp, Höfen
Erschienen am Fr, 17.7.2026
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