Die Politik in Wien betont gebetsmühlenartig, dass wir dringend auf grünen Strom umsteigen müssen. Als verantwortungsbewusster Bürger investiert man daraufhin viel Geld in die Zukunft. Ich habe meine Photovoltaik-Anlage bereits im April installiert. Die Realität der Förderung straft die schönen Versprechen jedoch Lügen. Gerade habe ich die zweite Absage für meine Förderung erhalten. Beim zweiten Fördercall im Juni waren die begrenzten Millionenbeträge innerhalb von mageren 36 Sekunden restlos vergeben. Wer nicht das Glück hat, in „Millisekunden“ durchzuklicken, geht leer aus. Für die dritte Möglichkeit im Oktober ahne ich bereits das Gleiche. Dieses System ist zutiefst kontraproduktiv und demotivierend. Tausende willige Bürger werden im Regen stehen gelassen und müssen sich in einer Dauerschleife immer wieder neu anmelden. Was denken sich unsere Politiker in Wien eigentlich dabei? Ein faires Prinzip wäre die einzig logische Lösung. Wer einmal einen Antrag stellt, sollte auf einer Warteliste nach oben rücken. So landet man nicht jedes Mal aufs Neue in einer sinnlosen Online-Lotterie. Wenn man die Energiewende wirklich ernst meint, muss dieses frustrierende Fördersystem sofort reformiert werden.
Bernd Kinsperger, Bludenz
Erschienen am Mi, 15.7.2026
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