Manche Leserbriefe fordern geradezu zum Widerspruch heraus, wenn etwa behauptet wird, man könne nichts mehr gegen den (vom Menschen verursachten) Klimawandel unternehmen. Eine solche resignative Einstellung ist kontraproduktiv, allerdings sind die „Handlungen“, die von den Staaten im Sinne einer Reduktion des Verbrauchs von Energie und anderen Ressourcen erforderlich wären, in den auf Wachstum abzielenden Gesellschaften ganz schwer umzusetzen, jedoch unvermeidlich, wenn man die gefährlichen Hitzewellen und Trockenperioden verkürzen wollte. Ich möchte einige solcher Maßnahmen nennen: Das Verkehrsaufkommen (Auto, Flugzeug etc.) müsste gesetzlich radikal eingeschränkt werden (zumindest zwei autofreie Tage pro Automobil und Woche; höchstens zwei Vehikel pro Haushalt; unnötige Importe von Kunststoffen verbieten oder durch 100%-Zölle verteuern; Flugreisen durch Telekommunikation ersetzen). Jedes weitere Versiegeln von Grünland ab sofort ein für alle Mal verbieten (Altbauten und brachliegendes Gewerbe nützen und revitalisieren). Die Wohnungswirtschaft müsste verstaatlicht werden, um unkontrollierten (Investitions-)Wohnbau zu verhindern. Das individuelle Rasenmähen und Laubblasen auf ein Minimum reduzieren (nur dreimal im Jahr Rasen mähen; das Gras verwerten!). Einen staatlichen Haushaltsplan ausarbeiten, der den sinnvollen Umgang mit Ressourcen bindend vorgibt. Glaubt man, mit „Wasserdampfberieselung“ wäre die alarmierende Situation in den Griff zu bekommen, so ist man im Irrtum, denn bei längeren Hitzeperioden und folgendem Wassermangel sind solche Maßnahmen nur der klägliche Versuch, von den wirklichen Notwendigkeiten im Umgang mit der Natur abzulenken. Ob allerdings die um Wählergunst heischenden Parteien zu ernsthaften Maßnahmen fähig sind, sei dahingestellt. „Lieber leiden, als Wähler zu verlieren“, wäre ihr Motto.
Prof. Dr. Josef Strutz, St. Andrä/Lavanttal
Erschienen am Do, 2.7.2026
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