Von Zeit zu Zeit bricht der Schreckensruf aus, es gäbe einen sogenannten Rechtsruck in der Bevölkerung. Die Anzeichen seien klar. Die Linken haben das Recht, solche Anzeichen erkennen zu wollen. Aber sie sollten sich dabei fragen, ob es nicht vorwiegend ihre eigene Schuld ist, dass sich das Volk zurzeit eher etwas „rechts von der Mitte“ findet. Wer die letzten Jahrzehnte betrachtet, sieht ein klares Muster: im Journalismus, in der Kultur, bei den NGOs und weiten Teilen der Verwaltung dominieren linke Positionen, Kritik daran gilt als Tabu, wer abweicht, wird öffentlich geächtet. Die Folge ist eine schiefe Debattenkultur. Themen wie Migration, innere Sicherheit oder die Ausgabenpolitik werden in vielen Medien, besonders im ORF, sehr einseitig behandelt. Künstler, die sich als gesellschaftskritische Korrektive verstehen, und NGOs, oft aus Steuergeld finanziert, verstärken noch diese Anschauung! Identitätspolitik und Gendersprache verdrängen klassische Arbeiter- und Wirtschaftsthemen. Diese Einseitigkeit hat den Höhenflug der Rechten ausgelöst. Die Bürger bekamen den Eindruck, dass ihre Ängste und Sorgen ungehört und unverstanden bleiben. Der rechte Vormarsch ist ein direkter Protest gegen eine als bevormundend empfundene linke Politik. Ein Land lebt vom Pluralismus! Solange Medien, Kultur, Universitäten und Verwaltung nur eine politische Richtung abbilden, bestimmen, was die Wahrheit sein muss und was verkündet werden darf, wird es die Menschen, solange sie dazu in der Lage sind und frei bestimmen können, immer in die entgegengesetzte Richtung ziehen. Wenn Parteien nur noch ihre Klientel bedienen, Medien nur noch bestätigen, statt zu hinterfragen, und niemand mehr zuhört, ohne gleich zu werten, wird sich die Spirale immer weiter weg von der Mitte, immer weiter nach außen drehen. Die Mitte funktioniert nur, wenn es gegenseitiges Zuhören gibt. Solange jede Seite der anderen schlechte Motive unterstellt, wandern die Leute an die Ränder, wo sie sich verstanden fühlen. Der Weg zurück zur Politik der Mitte erfordert tiefgreifende Reformen bei Parteien, Medien und staatlichen Institutionen, um eine Chance zu haben, das Vertrauen der österreichischen Bevölkerung zurückzugewinnen. Die Schweiz mit ihrem System der direkten Demokratie wäre ein positives Beispiel.
Ing. Hans Peter Jank, Villach
Erschienen am Do, 2.7.2026
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