Was haben wir in den letzten Monaten nicht gehört? Wir müssen „kriegsfit“ werden, die große Aufrüstung beim Bundesheer steht bevor. Russland wird angeblich ganz Europa angreifen, hierfür muss Österreich gewappnet sein. Um der Atommacht nötigenfalls Paroli bieten zu können. Mittlerweile hat die Realität Einzug gehalten. Für den sog. Aufbauplan fehlen rund 12,6 Mrd. Euro. Die Nachfolge der fragwürdigen Eurofighter würde weitere 10 Mrd. verschlingen. Dazu werden bis 2030 etwa 500 Planstellen gekürzt. Das neutrale Österreich und seine Gesellschaft kriegstauglich zu machen, funktioniert nicht. Weder finanziell noch gesellschaftlich. Vielleicht sollte man zuerst vorhandene Gegebenheiten beim Bundesheer in Ordnung bringen. Bevor man sich zu einer militärischen Großmacht entwickeln will. Somit fällt die tägliche Angstmache vor Putin dem Budget zum Opfer. Eine Verteidigungsfähigkeit herzustellen, ist ohnehin etwas ganz anderes, als ständig die Konfrontation zu beschwören. Zumal der Konflikt in der Ukraine eine lange Vorgeschichte hat. Dies ist keine Rechtfertigung für den Krieg, aber hilft vielleicht bei der Einordnung gewisser Prioritäten. Für ein kleines und neutrales Österreich.
Wolfgang Knapp, Höfen
Erschienen am Di, 16.6.2026
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