In seinem Leserbrief „Freie Fahrt und tote Täler“ vom 1. Juni 2026 hat Herr Platzer das Thema Transit ausführlich analysiert. Österreich ist aufgrund seiner verkehrsgeografischen Lage ein leidgeprüftes Transitland. Vor unserem EU-Beitritt, ja sogar noch vor der Volksabstimmung, hat es geheißen, den Transitverkehr dürfen wir selber regeln und drosseln. Zur Verringerung der durch den Transitverkehr verursachten Lärm-, Abgas- und Umweltbelastung wurde zwischen der EU und Österreich – noch vor dem Beitritt – der sogenannte Transitvertrag geschlossen, der in seinen Zielsetzungen sogar in der österreichischen EU-Beitrittsakte festgeschrieben wurde. Wir sind zwar nicht das wirtschaftlich stärkste Land in der EU, aber das wichtigste Transitland. Vor allem Güter aus dem Osten und Süden Europas müssen laut EU zwingend durch Österreich transportiert werden, und dieses Recht erkämpfen sich unsere „freundlichen Nachbarn“, vor allem Italien und Deutschland, mithilfe des EuGH. Damit bleibt Österreich der Kreuzungspunkt für den europäischen Transit von Norden nach Süden und von Osten nach Westen. Und die EU hindert uns daran, in dieser Sache etwas zu ändern. Österreich wurde zum Klimasünder, dem durch den EuGH die Hände gebunden sind. Um unsere Luft reinzuhalten, dürfen wir teure CO2-Emissionszertifikate kaufen oder saftige Strafen zahlen. Laut Umweltbericht verfehlt Österreich nach wie vor seine Klimaziele. Angeblich muss Österreich das Tempo bei der Senkung der Emissionen verdoppeln, sonst drohen uns Kompensationszahlungen in Milliardenhöhe. Wie sollen wir die Klimaziele einhalten, wenn man nicht bei der Drosselung des Transitverkehrs beginnt? Bravo, Herr Bürgermeister von Matrei am Brenner! Ich schlage vor, nicht nur die Nord-Süd-Achse am Brenner, sondern auch jene an der Tauern-, der Pyhrn- und der Südautobahn, sowie die Ost-West-Verkehrsaufkommen an der West- und Ostautobahn mehrmals im Monat zu blockieren, denn der Verkehr ist ja zusammen mit der Industrie laut Umweltbericht Hauptverschmutzer. Die Schweiz kann sich in solchen Fällen selber schützen, wir nicht. Sollten wir vielleicht doch über einen ÖXIT nachdenken?
Mag. Anton Bürger, per E-Mail
Erschienen am Mi, 3.6.2026
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