Das freie Wort

Verhöhnung der Pensionisten?

Wieder einmal werden Hunderttausende Pensionistinnen und Pensionisten in diesem Land im Zuge der anfallenden Pensionserhöhungen für das Jahr 2022 verhöhnt. 3 Prozent Erhöhung für kleine Pensionen, was brutto 30 Euro entspricht, werden ganz bestimmt zu einer „Sicherung eines guten Lebens im Alter“ (Zitat „Kronen Zeitung“, 19. 9. 21, von Hrn. BK Kurz und Hrn. Vizekanzler Kogler) beitragen. Den Herrschaften dürfte entgangen sein, dass in den letzten Monaten die Preise für Lebensmittel um mehr als 6 Prozent, die Energiekosten ebenfalls in diesem Bereich gestiegen sind und die Treibstoffe in einem Jahr um mehr als 20 Prozent teurer wurden. Es ist aber anzunehmen, dass diese Herren schon lange nicht mehr in einem Supermarkt einkaufen waren oder Ihre Dienstkarossen aus eigener Tasche auftanken mussten. Während also die Klein- und Kleinstpensionisten wieder, wie fast jedes Jahr, mit einem „Butterbrot“ abgespeist werden, dürfen sich die Bezieher der hohen und „Luxuspensionen“ über eine stattliche Erhöhung von 1,8 Prozent freuen. Das ergibt bei einer Bruttopension von 4000 Euro 72 Euro Erhöhung, also ungefähr das Doppelte von den kleinen Pensionen. Und in diesem Land gibt es sehr viele, die weit höhere Pensionen als das von mir angeführte Beispiel beziehen. Z. B. unsere geschätzten „Pensionistenvertreter, alles ehemalige Politiker, deren Maßschuhe mehr kosten, als eine Mindestpension in Österreich beträgt. Die soziale Kluft in diesem Land wird durch eine solche Vorgehensweise immer größer, es gibt nur mehr „Arme“, die jeden Monat um ihr Überleben kämpfen müssen, und „gut Betuchte“, denen es egal sein kann, was das Leben kostet. Es wäre dabei so einfach, dieses Problem zu lösen, nämlich indem man allen Pensionisten einen Fixbetrag in der gleichen Höhe zugestehen würde. Es ist nämlich nicht bekannt, dass der Hr. Sektionschef i. R. oder vergleichbare Personen mehr Miete, mehr Stromgebühr oder mehr im Supermarkt zu zahlen hätten als „Otto Normalverbraucher“. Ich bin mir sicher, dass so eine Vorgehensweise das Budget nicht mehr belasten würde als die jetzige vollkommen unsoziale Lösung. Leider sind wir kleinen Pensionisten den an der Macht befindlichen Politikern schutzlos ausgeliefert, eine echte Vertretung haben wir nicht. Aber die nächsten Wahlen kommen bestimmt.

Wolfgang Steyrer, Melk

Erschienen am Di, 21.9.2021

Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Hinweis in eigener Sache: Das krone.at-Forum präsentiert sich ab sofort in neuem Design! Wir freuen uns über konstruktives Feedback. Damit die Diskussionen in den Kommentarbereichen beim jeweiligen Thema bleiben, können Sie uns Rückmeldungen hier hinterlassen.

Weitere Leserbriefe
26.10.2026Datum auswählen

Für den aktuellen Tag gibt es leider keine weiteren Leserbriefe.

Voriger Tag
26.10.2026Datum auswählen
Nächster Tag
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung