Die Diskussion um Postenschacher durch die Politik ist scheinheilig. Dazu kann ich ein Beispiel geben. Bei einer Bundesdienststelle waren die Stimmen für die Personalvertretung gleich verteilt. Dieses Gleichgewicht wurde durch eine neue Planstelle für eine Reinigungskraft gestört. Zwei Jahre wurde die Stelle nicht besetzt, weil je nach politischer Orientierung die eine oder andere Seite Übergewicht bekommen hätte. Die salomonische Lösung war die Besetzung der Stelle durch zwei Halbtagskräfte. Wenn also die Besetzung von Stellen für Reinigungskräfte politischem Einfluss unterliegt, so ist es blauäugig anzunehmen, dass Postenbesetzungen in Bereichen, wo die Politik mitzubestimmen hat, ohne politische Freunderlwirtschaft stattfinden. Immer bestimmt die eine oder andere Partei, wer was wird, und die anderen, die momentan nichts zu bestimmen haben, schreien „Postenschacher“.
DI Bernd Nußmüller, Graz
Erschienen am Fr, 9.4.2021
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