Das freie Wort

Die Lockdown-Folgen

Christkindlmärkte im Advent, Massenanstürme auf die wieder geöffneten Geschäfte nach dem Lockdown, Familienfeste zu Weihnachten, Skisport mit anschließender Hüttengaudi und ausgelassene Silvester-Partys zum Jahreswechsel sind für das Virus ein ideales Umfeld und die Triebfeder für steigende Infektionszahlen, für diejenigen, die die Pandemie stoppen wollen, ist es eine enorme Herausforderung. Ein besonderes Phänomen ist das Herdenverhalten beim Einkaufen. Das angepeilte Ende des harten Lockdowns am 7. Dezember könnte die Infektionszahlen wieder stark ansteigen lassen, weil die Menschen schon in den Startlöchern darauf warten, die geöffneten Geschäfte zu stürmen, wahrscheinlich – wie immer in solchen Fällen – ohne Abstand, ohne Mund-Nasen-Schutz usw. Vielleicht wäre eine gestaffelte Öffnung sinnvoller, denn mit jeder Lockerung und mit jeder Freigabe sozialer Kontakte – einschließlich der Schulöffnungen – steigt natürlich das Risiko eines neuerlichen Rückschlages. Im harten Lockdown sollten die Österreicher laut Regierungsvorgabe vor allem eines, nämlich zu Hause bleiben. Die verschärfte Ausgangssperre gilt ja von 0 bis 24 Uhr. Derzeit gibt es daher nur vier Gründe, um die Wohnung zu verlassen: arbeiten, einkaufen, helfen, Füße vertreten. Was aber tun die Leute? Sie halten sich nicht daran. Sie ignorieren die Vorschriften der Regierung, sie machen ihre eigenen Gesetze, und einige Oppositionsparteien bestärken sie noch dabei! Die vielen Kritiker der Corona-Beschränkungen, die unbelehrbaren Corona-Leugner, die Masken-Verweigerer und vor allem die Anti-Corona-Demonstranten sind daher nach wie vor ungehindert in ihrem Element! Leider! Unseren deutschen Nachbarn drohen bereits eine Verlängerung des Lockdowns und diverse Verschärfungen. Sie sollen voraussichtlich bis Mitte Jänner gelten. Außerdem gilt für Deutschland heuer ein Verbot von Feuerwerkskörpern und des obligaten Silvesterrummels. Die Discos bleiben gesperrt, und an Privatfeiern dürfen nur zwei bis fünf Personen teilnehmen. Unternehmen sollen nach Möglichkeit zwischen dem 21. Dezember und 3. Jänner Betriebsferien ansetzen oder wenigstens auf Homeoffice umstellen. Sollten nämlich die Infektionszahlen nach den Weihnachtsfeiertagen auch bei uns wieder ansteigen, droht uns wohl oder übel im Jänner ein neuerlicher Stillstand!

Mag. Anton Bürger, per E-Mail

Erschienen am Mi, 2.12.2020

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