Peter Hacker – nun doch wieder im Krisenstab. Nach einem Eklat spricht der Wiener Bürgermeister ein Machtwort. Noch am Vortag hat Hacker erklärt, er habe kein Interesse und keine Zeit, am Krisenstab teilzunehmen. In einer Situation, in der es um die Bewältigung einer Krise geht, sollten wahltaktische Erwägungen keinen Platz haben. Am nächsten Tag ist alles nur ein Missverständnis gewesen. Bei dieser Aussage hat es sich um kein Missverständnis gehandelt; die Worte waren klar und deutlich: „Ich habe keine Zeit und kein Interesse, am Krisenstab teilzunehmen.“ Statt einfach zu sagen, diese Aussage sei nicht angebracht bzw. unüberlegt gewesen, wird das Gesagte plötzlich zu einem Missverständnis. Auch in der Politik sollte ein gewisser „Hang zur sprachlichen Ehrlichkeit“ Einzug halten. Die Wiener/innen haben diese Worte sicher nicht missverstanden.
Gerhard Forgatsch, Wien
Erschienen am So, 11.10.2020
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