Ziemlich heftig reagiert hat Schriftsteller Robert Menasse auf die Wahlwerbung von ÖVP-Spitzenkandidat Gernot Blümel. Der derzeitige Finanzminister möchte Wien wieder „nach vorne“ bringen. Diese Ansage sorgt bei Schriftsteller Menasse, aber auch bei vielen anderen Menschen, für Aufregung und animiert zu einem Rückblick. So gut wie alles, was Wien heute so lebenswert macht, international bewundert und von den Wienern geliebt wird, hätte es mit einer ÖVP-Regierung nicht gegeben, meint Menasse. So hätten sich die Christdemokraten nie für sozialen Wohnbau und leistbares Wohnen engagiert, die ÖVP hat gegen die erste Fußgängerzone am Graben mobilisiert und gegen den Bau der U-Bahn moniert. Das Argument, dass dann die Proleten in 10 Minuten mit der U1 in die City kommen können, ist noch in guter Erinnerung. Mit Volksbegehren versuchte die ÖVP die UNO-City und das Konferenz-Zentrum zu verhindern. Die SPÖ verhinderte, dass Hauseigentümer durch Abriss mit Häusern Spekulation betreiben. Auch gegen die Donauinsel machte sich die ÖVP stark, erinnert sich der Schriftsteller. In Anbetracht dieser Fakten meint Menasse, für viele zu Recht, dass der Blümel-Werbe-Slogan nur heiße Luft ist.
Mag. Hans Rankl, St. Pölten
Erschienen am So, 4.10.2020
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