Die EU hat sich nach reiflicher Überlegung (wer es nicht merken sollte: Es ist ironisch gemeint!) von günstiger russischer Energie getrennt. Na ja; nicht ganz. Es wird halt über Umwege gekauft. Wegen der Abhängigkeit von Russland, war die Begründung. Und natürlich auch deshalb, weil die Russen die Bösen sind. Seit dem Aus für Russen-Gas wird jetzt ganz massiv teures US-Flüssiggas nicht ganz umweltfreundlich über den Atlantik in die EU gebracht. Es wird aber auch von den Emiraten und Algerien gekauft. Das meiste aber kommt aus Trump-Land und somit gibt es eine neue Abhängigkeit. Die EU legt, aber das ist ja bekannt, großen Wert auf Klimaschutz. Deshalb wurde die EU-Methanverordnung geschaffen. Mit der sollen Importeure von Flüssiggas, Öl, Treibstoffen und Kohle zur exakten Messung, Dokumentation, Minderung usw. von Methanemissionen verpflichtet werden und obendrein müssten die Exporteure in Drittländern vergleichbare Überwachungs- und Reduzierungspflichten wie EU-Produzenten erfüllen. Das ist für die aber schlicht unmöglich. Die Folge ist, dass sich die Importeure außerstande sehen, diese EU-Forderungen zu erfüllen. Die USA und Katar kündigten deshalb an, sollte die Methanverordnung aufrechtbleiben, werden sie ihr Flüssiggas woandershin verkaufen, aber nicht mehr in der EU. Es scheint, dass die EU- Kommission mit dieser Verordnung weit über das Ziel geschossen hat. Blöderweise wird aber, wenn nichts geändert oder aufgeschoben wird, ganz genau das eigene Knie getroffen werden. Das hat mittlerweile eine Mehrheit der EU-Staaten, darunter Österreich, erkannt und fordert von Brüssel eine Verschiebung der Verordnung um drei Jahre.
Josef Höller, per E-Mail
Erschienen am Mi, 1.7.2026
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