Die EU-Politik verspricht viel, was den Klimaschutz betrifft. Es klingt aber sehr unglaubwürdig, wenn man das erwünschte Mercosur-Abkommen betrachtet. Argentinien, Paraguay, Brasilien und Uruguay wollen ihre Märkte der EU öffnen, wobei im Gegenzug Rindfleisch, Gensoja und vieles andere nach Europa verkauft werden soll. Obwohl in den EU-Ländern genügend Rindfleisch produziert wird, werden große Teile des Regenwaldes im Amazonas abgeholzt, um unter anderem überdimensionale Mastbetriebe für gewaltige Rinderherden herzustellen. Die Sicherheit von Lebensmitteln nach dem Vorsorgeprinzip der EU würde ausgehebelt. Die Existenz vieler unserer kleinen Landwirtschaften wäre somit gefährdet. Unsere Landwirte erzeugen hochwertige Lebensmittel, die es zu schätzen gilt. Die grüne Lunge unseres Planeten und mit ihr sämtliche noch unbekannte Tier- und Pflanzenarten werden unwiederbringlich zerstört. Viele Pflanzen, deren Heilwirkung oft nur die Ureinwohner des Regenwaldes kennen, gehen verloren. Der Regenwald ist ebenso für das Weltklima von größter Bedeutung. Indem die Menschheit die lebendige Natur, die sie umgibt und erhält, in blinder und vandalischer Weise zerstört, bedroht sie sich selbst mit ökologischem Ruin. Der Regenwald hat keine Lobby.
Doris Obermair, Neuhofen
Erschienen am Mi, 30.9.2020
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