Das freie Wort

PISA, was nun?

Der für PISA verantwortliche OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher hat jüngst das Buch „WELTKLASSE. Schule des 21. Jahrhunderts gestalten!“ herausgebracht, dessen Aussage lautet: „Es ist an der Zeit, die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu handeln! Nach 20 Jahren PISA-Tests wissen wir alles, was man wissen muss, um die denkbar besten Schulen zu gestalten! Genug getestet – jetzt sollten alle Staaten das gemeinsam erarbeitete Wissen über das Gelingen von Schule dazu nutzen, der Jugend ihrer Länder die denkbar beste Bildung zu ermöglichen.“ Das überzeugt, da PISA in den letzten Jahren immer stärker zu einem „more of the same“ geworden ist – und die Ergebnisse haben sich nicht nur in Österreich nicht verbessert. Das bedeutet, dass auch die Ergebnisse von PISA „more of the same“ sind, die in der Tendenz teils sogar nach unten zeigen. Dennoch: PISA ist wichtig und notwendig gewesen! Doch jetzt muss gehandelt werden. Das Einzige, was fatal, weil falsch wäre, wäre „weiterzumachen wie bisher“. Ganz offensichtlich braucht es in Österreichs Bildungspolitik künftig andere Maßnahmen als die bisher getroffenen. Es besteht heute ein Konsens darüber, dass es alternativlos ist, die Lehrpersonen auf jede Weise und auf allen Ebenen zu stärken, denn ihr „Tun vor der Klasse“ – der Unterricht – entscheidet zu 90 Prozent über das Gelingen von Schule. Und der ausufernde, behindernde Schulföderalismus gehört in das 20. Jahrhundert überstellt, denn niemand benötigt im Zeitalter der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten jene vielstufigen, behindernden Verwaltungs- und Hierarchiestrukturen, die wir noch aus der k. u. k. Zeit mit uns herumschleppen!

Prof. Ernst Smole, Wien

Erschienen am Fr, 6.12.2019

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